Murrhardt, Stadtkirche und Walterichskapelle

Murrtal in Baden-Württemberg.

Murrhardt, Stadtkirche und Walterichskapelle

Beitragvon jan » Sa 28. Jan 2012, 19:47

Stadtkirche und Walterichskapelle

Die Stadtkirche
Die ehemalige Klosterkirche bildet in ihrer heutigen Gestalt eine lange Baugeschichte ab. Seit der frühromanischen Epoche gab es einen ausgeprägten Westteil. Vielleicht folgte sie darin dem Vorbild des Reichenauer Münsters, aus dem der erste Konvent stammte, und der auch das Januarius-Patrozinium mitbrachte. Sie war außerdem St. Maria und der Trinität geweiht. Über mehrere Bauperioden entwickelte sich eine gotische Basilika als Doppelchoranlage. Der Chor im Westen war für das Gestühl der Mönche bestimmt, heute steht dort die Orgel. Der Chor im Osten diente als Begräbnis- und Gedächtnisort der Grafen von Löwenstein. Bis zur letzten Renovierung stand der Altar in der Vierung, so dass die Gemeinde Richtung Westen saß. Von der alten Ausstattung haben sich Bildtafeln und ulmische Skulpturen erhalten, die im letzten Jahrhundert zu einem Retabel zusammengesetzt wurden. Zudem gibt es noch wenige Spuren von Wandmalereien aus der Renaissance. Die Renovierung des 19. Jahrhunderts wurde bis auf die regotisierenden Fenstergestaltungen, den Altar und die Kanzel getilgt. Aus der Barockzeit ist das Oetinger-Epitaph erhalten und ein Teil der rekonstruierten grauen Ausmalung im Westteil der Kirche. Romanische Überreste sind die Osttürme; an den nördlichen angebaut ist die Walterichskapelle:


Die Walterichskapelle
Das romanische Kleinod ist eine Memorialkapelle für den Gründungsabt, der in der Leutekirche (heute Walterichskirche) beigesetzt ist. Vielleicht hat sie auch mit der Aussegnung der verstorbenen Mönche zu tun - ihr Friedhof umgab früher die Kapelle. Sie steht auch als ein Zeichen der wirtschaftlichen, kulturellen und geistlichen Höhe im Bemühen um Reichsfreiheit, die jedoch nie erlangt werden konnte.
Reich geschmückt rückt sie in eine schwäbische Gruppe von Bauten, zu der auch die Kirche von Faurndau bei Göppingen gehört. Vom Grundriss und Innenaufriss her jedoch findet sich die nächste Parallele erst in der Burgkapelle Kobern an der Mosel, die in rheinischen Formen der Spätromanik errichtet wurde; zu rheinischen Elementen kann man auch die Kleeblatt-Arkaden im Innern zählen. Das steile Gewölbe scheint sich durch Vermittlung aus dem westfälischen Kunstkreis letztlich französischen Vorbildern aus dem Anjou zu verdanken. Die Kapelle wirkt formal wie ein Musterbuch romanischer Formen und liturgisch wie ein kostbares Reliquienkästchen aus Stein.



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