Kohlwald & Kohlenstraße

Kochertal in Baden-Württemberg.

Kohlwald & Kohlenstraße

Beitragvon jan » Sa 9. Aug 2014, 09:14

Warum heißt der Kohlwald Kohlwald, die Kohlenstraße Kohlenstraße?

Kohlwald ist der Name der "Streusiedlung" - wo es seit den 70'er das Kohlwaldfest gibt. Und wenn es das Kohlwaldfest mit den vielen Schildern dazu im LIMPURGER LAND nicht geben würde - nicht viele Leute würden wissen, das es oben im Kohlwald Leit' g'het. Historisch war mit Kohlwald wohl eher der Wald um die Siedlung herum, und entlang der Kohlenstraße gemeint

Die Kohlenstraße, teilweise auch Kohlensträßle oder Kohlwaldstraße genannt, ist ein über 20 km langer Höhenweg in den Limpurger Bergen im nordöstlichen Baden-Württemberg. Die Kohlenstraße verläuft auf der meist sehr flachen und fast durchweg bewaldeten Hochebene des westlichen Zweigs der Limpurger Berge, von deren nordwestlichem Sporn Einkorn bei Schwäbisch Hall bis hinter deren höchsten Berg Altenberg bei Sulzbach-Laufen im Südosten. Sie hält sich ziemlich genau an die in den häufigen sehr flachen Bereichen der Hochebene kaum erkennbare Wasserscheide zwischen dem Kocher im Westen und der Fischach bzw. der Bühler im Osten. Kurz vor Sulzbach-Kohlwald verläuft sie wieder auf ausgebauter Trasse, streift die Rodungsinsel des Streusiedlungsortes Kohlwald und anschließend die des Weilers Hohenberg am Fuß des Altenbergs und endet wenig weiter im Osten an der Straße Bühlerzell-Gerabronn–Abtsgmünd-Wegstetten wieder als Staubweg.

Seit Jahrzehnten gibt es das Kohlwaldfest im Kohlwald. 2014 errichtete die Landjugend zum Kohlwaldfest einen Holzkohlen-Meiler. Mit 4m Durchmesser wurden ca 7m³ Buchenholz fachmännisch geschlagen, gespalten und mit möglichst wenig Luft-Zwischenraum zum Meiler geschichtet.

Das Kohlwaldfest findet immer am zweiten Augustwochenende statt, ist mittlerweile eine eigene Attraktion. Es begann in den siebziger Jahre mit einem Gartenfest auf dem Wiese/Anwesen Moll an der Kreuzung Kohlwald-Immersberg-Hohenberg als beschauliches Gartenfest. Als das Areal zu klein wurde, siedelte man in den hinteren Kohlwald, dem jetzigen Feststandort neben dem Spielplatz, um. Mit einem kleinen Haller Löwenbräu Zelt fing das Fest an, welches sich zum heutigen Zeitpunkt auch über die Region hinaus zum bekannten Kohlwaldfest gemausert hat. Heute ziert den Festplatz ein 1500 Mann Zelt.



Die Köhlerei kam im Kohlwald vor langer Zeit zum erliegen. Doch der Siedlungsnamen Kohlwald und besonders die Kohlenstraße halten die Erinnerung wach und zeigen den historischen Zweck. Über die Kohlenstraße, die dem Verlauf der Höhenzüge bis zum Einkorn folgt, gelangten die Kohlen nach Hall und vermutlich auch weiter über die Löwensteiner Berge nach Heilbronn und Ilsfeld. Und mit diesem Handel brachte man ein wenig Geld und "G'schäft" aus der Haller Region und dem Heilbronner Unterland in die ärmere Region Kohlwald. Köhler und Kohlen waren damals keine Ehre und kein Ansehen - eher das Gegenteil davon. Die Pfennige, die einer mit der Köhlerei verdienen konnte, reichten kaum zum Überleben oder für die Lumpen am Leib.

Der Ilsfelder Holzmarkt ist historisch legendär - auch die Rottäler Stickelesmacher beschickten den Ilsfelder Holzmarkt mit Weinbergstickel. Noch heute kann man die Sticklesmacher und ihre Hobelmaschinen im Rottal neben der Straße sehen. Und die Stickles im Rottal waren im Kohlwald die Kohlen. Der heimische Wald in den LIMPURGER BERGEN war historisch ein Buchenwald. Und was nicht zur Haller Sohle als Brennscheit geliefert wurde, wurde im Kohlwald zu Holzkohle verkohlt und über die Kohlenstraße verschickt.

In vielen Senken und Mulden entlang der Kohlenstraße standen Meiler. Mancher Flur- oder Waldnamen, wie Kohlhalde, die Kohlklinge oder Kohlwiesle, belegen die ehemalige Köhlerei. Noch heute steht in manchen Senken und Löchern entlang der Kohlenstraße schwarzes Wasser. Das Schwarze Wasser bezeugt in vielen Fällen die Nähe von historischen Kohlereien und aufgebenen Meilerplätzen.

Noch bis 1940 gab es Fuhrunternehmer, die mit Pferdegespannen die Kohlenstraße entlang Holz, Holzwaren, Kohlen und Feldfrucht, bis nach Heilbronn, fuhren. Die Straßen unten am Kocher gab es damals nicht - so blieb man damals oben auf den Höhenrücken.

Auf der Gemarkung Sulzbach-Laufen steht ein Aussichtsturm nahe dem Beginn der historischen Kohlenstraße - der Krockenberger-Turm, manche nennen den auch den Altenberg-Turm.

Quellen, Hinweise & Verweise:

- Bild: K. Häfner






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