PFERDEMARKT GAILDORF

Kochertal in Baden-Württemberg.

PFERDEMARKT GAILDORF

Beitragvon jan » So 9. Feb 2014, 11:26

Heute hat sich der Pferdemarkt zu einem der größten Volksfeste im Limpurger Land entwickelt, das 20.000 bis 30.000 interessierte Besucher aus nah und fern anzieht. Samstags werden beim Fuhrmannstreffen die Pferdegespanne mit Kutschen auf den Kocherwiesen prämiert.

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Am Sonntag lädt die Gaildorfer Geschäftswelt zu einem verkaufsoffenen Sonntag ein. Einen weiteren Höhepunkt des sonntäglichen Programms bilden die Pferdeschau mit Pferdeverkauf in der Reithalle und die Hengstpräsentation. Am Montagvormittag zieht die Prämierung der Pferde auf den Kocherwiesen zahlreiche Pferdeliebhaber an.

Im Mittelpunkt des Pferdemarktes steht der große Festzug und der Krämermarkt am Montagnachmittag, zu dem 150 Marktkaufleute ihre Stände aufstellen. Begleitet wird der Pferdemarkt von der landwirtschaftlichen Ausstellung auf dem Hallengelände, Fachvorträgen sowie verschiedenen kulturellen Veranstaltungen.

Jeweils am zweiten Montag im Monat Februar treffen sich in Gaildorf die Freunde von Pferden, Kutschen und Gespannen. Vorläufer des Gaildorfer Pferdemarktes waren nach 1900 die landwirtschaftlichen Bezirksfeste. Im vergangenen Jahrhundert bis Mitte der 20er Jahre gab es die Gaildorfer Bauerntage.

Pferdezuchtverein Schwäbischer Wald e.V. hat geschrieben:Historisch betrachtet ...

Zwei Rheinische Kaltbluthengste waren die Grundlage für die Zucht

Bereits am 04.Sept.1921 fand die Gründungsversammlung des Pferdezuchtvereins im Gaildorfer Gasthaus ADLER statt. Geladen hatte der weithin bekannte Tierarzt Dr. Blickle. Der Vereinsgründung waren verschiedene Aufklärungsveranstaltungen vorangegangen, weil Dr. Blickle die Pferdehalter dafür gewinnen wollte, einen eigenen Kaltbluthengst für das LIMPURGER LAND anzukaufen. Als Hengsthalter hatte sich der Adlerwirt Offenhäuser in Gaildorf bereit erklärt.

Bereits im Dezember 1921 holte man zwei Kaltbluthengste aus dem Rheinland, einen Fuchs und einen Braunen belgischen Schlages für die stolze Summe von 150.000DM, die der Hengsthalter auf den Tisch blättern musste. Die Hengste wurden ihm übereignet, weil der Verein das Geld für den Ankauf nicht zusammenbrachte. Dafür behielt der Adlerwirt auch das Deckgeld, das damals für Vereinsmitglieder 250 DM betrug. Nichtmitglieder kostete das Beschälen ihrer Stuten 320 DM und einen Sack guten Hafer.

Seit langem war im Limpurger Land die Zucht und der Handel mit Pferden unentbehrlich. Die Interessierten trafen sich einst in den Dörfern, in den Viehställen oder den Gasthöfen um den Viehhandel abzuschließen. Aufwändig war es, die aktuellen Angebote in den Dörfern zu sichten. Wesentlich erleichtert wurde der Pferdehandel in Gaildorf erstmals am 17. Februar 1928. Am ersten offiziellen Pferdemarkt wurden für die interessierten Züchter und Händler 140 Pferde vorgestellt. Dem Oberamts­tierarzt des Limpurger Land, Dr. Bickele, und dem "Pferdezuchtverein für Kaltblut" gelang mit dem Pferdemarkt zur „Hebung der Pferdezucht“ ein Volltreffer. Bewusst war der Termin in die ersten Wochen des Jahres gelegt. Vieles war für die Bestellung der Felder und Wiesen vorbereitet. Im Februar konnten die Landwirte am Besten einschätzen, für wie viele Tiere ihre Futtervorräte noch reichten. Die Vorräte konnten soweit notwendig, durch den Verkauf von Vieh gestreckt werden. Am Ende der kalten Wintermonate hatten alle genügend Zeit für einen Besuch im Zentrum des Limpurger Landes.

Per Handschlag wechselten einst die Pferde ihren Besitzer. Damals besuchten die Pferdezüchter den Markt mit großen Hoffnungen. Nach meist lebhaftem Handel konnten sie ein Kaltblutfohlen oder eine Zuchtstute verkaufen und somit ihr Einkommen aufbessern.


In den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts verschwanden auf dem Land die Zugpferde aus dem Alltag. In der Land- und Forstwirtschaft wurden die Pferde immer öfter durch Traktoren ersetzt. Heute stehen die Sport- und Reit­pferde, oder die Haltung und Pflege der Pferde als Dienstleistung, im Vordergrund.

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Quellen, Hinweise & Verweise:



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