Einwendungen einer Biologin zu Naturstromspeicher Gaildorf

Kochertal in Baden-Württemberg.

Einwendungen einer Biologin zu Naturstromspeicher Gaildorf

Beitragvon jan » Fr 1. Nov 2013, 11:59

[je]
Biologin
74405 Gaildorf-Münster
Gaildorf, den 5.Oktober 2013
An das
Landratsamt Schwäbisch Hall
Bau-und Umweltamt
74523 Schwäbisch Hall

Einwendungen gegen den Antrag auf Baugenehmigung „Naturstromspeicher Gaildorf Windenergieanlagen“


Sehr geehrte Damen und Herren!

Zunächst vielen Dank für die Gelegenheit zur Stellungnahme gegen den Bau des "Naturstromspeichers Gaildorf". Meine ablehnende Haltung begründet sich aus der Sicht des Natur,- und Artenschutzes, kulturellen und geologischen Gründen und vor allem auf den Verlust des Naherholungsgebietes und Lärmbelästigung für die Menschen in Gaildorf.

Im Folgenden meine eigenen Beobachtungen 2012 und ergänzend 2013:
Wie auch GEKOPLAN sah ich die Rotmilane vor allem im Kochertal und an den Hängen kreisen, doch konnte ich, im Gegensatz zu GEKOPLAN sehr wohl den Rotmilan auch in unmittelbarer Nähe von Anlagenstandort 2 und 3 und 4 und 5 beobachten:

2013 beobachtete ich sowohl vom Eisbach aus, als auch vom Westabhang der Limpurger Berge bei Münster aus, den Rotmilan bei meinen Beobachtungen immer in Richtung Standort 2 und 3 der geplanten Anlagen fliegen, oder aus dieser Richtung kommen. Am 16.6.2013 beobachteten Frau Dietrich und ich 400m östlich des Waldkindergartens bei Münster einen Rotmilan in großer Höhe aus Richtung Ost-Nordost herüber fliegen.

In 600 bis 700 Metern Entfernung von Standort 2 beobachteten wir ein Rotmilanpaar bei den Eisbachhöfen, das im Nadelmischwald in unzugänglichem Gelände mit aller Wahrscheinlichkeit einen Horst hatte. Leider konnten wir den Horst 2012 nicht finden.

Am 24.3.2013 zwischen 17.00 und 17.40 Uhr beobachtete ich den Balzflug der Rotmilane über ihrem Horstbaum im Eisbachtal, den ich bis dahin noch nicht kannte. Am Samstag, den 6.4.2013 hörte und beobachtete ich zwischen 10.00 und 11.00 Uhr, das drei mal mit zwei verschiedenen alten Traktoren, der Anhänger war hell bis mittelblau, Schutt mit Getöse und Schlagen auf die Ladefläche abgeladen wurde. Es lag dort bereits schon Schutt.

In einer weiteren Begehung wenige Tage später fanden BI-Mitglieder den Horst in unmittelbarer Nähe des Schuttabladeplatzes im oberen Eisbachtal. Solch enorme Störungen führen normalerweise in der Balzphase zur Nestaufgabe. Es drängt sich mir der Verdacht auf, (dies ist meine persönliche Meinung), das der Horst dem Waldbesitzer sehr wohl bekannt war und äußerst ungelegen war. Vermutlich wurde der Schutt auch nicht zum ersten Mal in der empfindlichen Nestbauphase dort abgeladen. Dennoch sind die Rotmilane geblieben. Der Horst ist von Anlagenstandort 2 nur 800m, von Standort 3 950m entfernt. Nach den geltenden Naturschutzgesetzen müsste das Projekt fallen. Das die Vögel nicht in die Richtung der WKAs fliegen, wurde oben schon durch zahlreiche Beobachtungen widerlegt.

2012: ein Rotmilanpaar konnten wir beobachten, wie es vom Höhenrücken her aus Richtung Standort 3 an einer Hangnase entlang ins Kochertal flog, über Münster, Gaildorf und im Bogen wieder zurück in Richtung Standort 2.
Eine Stunde später flog der andere Partner die gleiche Runde. Wir konnten das Paar an einer fehlenden Schwungfeder eines Partners erkennen.Dieses Paar beobachteten wir auch bei Winzenweiler. Nach meinen Beobachtungen flogen die Milane auch das Eisbachtal hinab. Einmal sah ich einen Rotmilan, vom Talboden aufsteigend, Richtung Standort 2 fliegen.

Im Spätsommer beobachtete mein Mann fast täglich von unserem Haus in Münster aus einen Rotmilan in Richtung Standort 3 fliegen.

2013: Weitere zahlreiche Beobachtungen weisen darauf hin, das an der Hangnase bei Münster, in der Nähe des Waldkindergartens ein weiterer Horst sein musste, den wir schließlich auch fanden. Doch er war nicht, oder wegen des schlechten Wetters und Brutaufgabe nicht mehr, belegt am 13.6.2013, aber ein Brutversuch! Auch dieser Horst liegt nur etwa 700 bis 800m von Anlagenstandort 3 und 4 entfernt.

Rotmilane fliegen mehrmals täglich ihre Reviere ab. Dabei würden sie die freien Wiesenflächen um die WKA`s sehr bald als zusätzliches Nahrungsangebot entdecken, denn die Flächen würden regelmäßig gemäht, wobei Reptilien und Insekten umkommen. Auch das Aas der Schlagopfer wäre für die Milane ein gefundenes Fressen. Beim An,-und Abflug und durch die warmen Aufwinde um ein WKA, von denen sich Rotmilane gerne tragen lassen, wären sie durch den Bau vom Naturstromspeicher und anderen WKA`s erst recht noch zusätzlichen Gefahren ausgeliefert. Das Mortalitätsrisiko ist durch WKA`s erwiesenermaßen signifikant erhöht!

Wenn ein Partner eines Brutpaares verunglückt, stirbt auch die Brut, denn die Jungen könnten nicht mehr ausreichend mit Nahrung versorgt werden.

"Die Verbreitung des Rotmilans ist bis auf ein winziges Vorkommen in Nordafrika, auf Europa beschränkt. Von der Weltpopulation kommen in Deutschland rund 60% vor. Der Bestand in der Bundesrepublik ist aber in den letzten Jahren um etwa 30% zurückgegangen. Deutschland und damit auch die Landesregierung, tragen somit die Hauptverantwortung für die Art Rotmilan. Es besteht somit die Verpflichtung, ihr das Überleben zu ermöglichen!" (Zitat aus einem Brief von Prof. Dr. Claus König, Ornithologe und Ehrenpräsident des DBV/NABU, ehem. Direktor und Leiter des Natukundemuseums Stuttgart, an das Regierungspräsidium Stuttgart)

Der Rotmilan ist geschützt durch das "Washingtoner Artenschutzabkommen" und durch das Bundesnaturschutzgesetz.

Bei der Suche nach dem Horst des Rotmilans entdeckten wir zwischen Mitte und Ende Juni 2012 einen Horst, der mit einem grünen Eichenzweig bestückt war. Ein Zeichen für die beginnende Brut eines Wespenbussards. Leider muss er die Brut aufgegeben haben. Wir vermuteten mangelndes Nahrungsangebot. Der Horst liegt zwischen 600 und 700 Meter von Standort 2 entfernt. Auch GEKOPLAN registrierte eine Flugbewegung des Wespenbussards nahe Standort 3.

Zum Schwarzstorch: Er ist im Begriff sich einen Teil seiner angestammten Waldgebiete wieder zurück zu erobern. Er ist sehr scheu und brütet nur in wenig von Menschen gestörten Wäldern. Die Limpurger Berge sind für ihn ideal. Auf beiden Seiten des geplanten Naturstromspeichers in einigen Kilometern Entfernung gab es 2012 Bruten des Schwarzstorchs. GEKOPLAN sah 2012 ein Paar Zwischen Gaildorf und dem Höhenrücken über dem Hang kreisen.

2011 wurde er von Winzenweiler aus beobachtet, wie er das Eisbachtal hinabflog.

2013 wurden der BI und dem NABU sage und schreibe mindestens 36(!) Beobachtungen des Schwarzstorchs aus der Bevölkerung gemeldet, bzw. selbst gesehen und dokumentiert, zum Teil mit Foto, in der Brutsaison in den Limpurger Bergen! Dies, und Beobachtungen aus den vorigen Jahren, bestätigt, dass der Schwarzstorch schon seit längerer Zeit in den Limpurger Bergen lebt und sich fortpflanzt.

Die Waldschnepfe ist noch scheuer. Auch sie brütet in den Limpurger Bergen. Etwa in 3km Entfernung vom geplanten Naturstromspeicher brütet sie nachgewiesenermaßen. Sie würde sich sogar in dieser Entfernung gestört fühlen und nicht mehr brüten.

Auch der Schwarzmilan flog laut GEKOPLAN Beobachtungen zwischen Gaildorf und dem Höhenrücken über das FFH-Gebiet am Hang. Das sind nur wenige 100m vom geplanten Naturstromspeicher. Auch 2013 sah ich den Schwarzmilan mehrere Male über Münster oder bei Münster im Kochertal kreisen.

GEKOPLAN entdeckte im Untersuchungsgebiet 23 Großhorste wovon 7, zumeist von Mäusebussarden, belegt waren..Gehäuft lagen sie in der Nähe von Standort 2, 5 und 6, waren aber 2012 nicht belegt. 2013 waren 4 dieser Horste laut GEKOPLAN von Rotmilanen belegt. Dabei ist der Horst bei Münster nicht berücksichtigt worden.

Warum der Mäusebussard bei den Planungen nicht berücksichtigt wird, ist mir unverständlich, denn er wird als Waldbewohner auf jeden Fall höchst gefährdet sein und bald in die Rote Liste "aufrücken". Dann müsste während seiner Brutzeit auch tagsüber abgeschaltet werde

Zu den Fledermäusen: Der NABU Gaildorf betreut 2 Fledermaus Winterquartiere seit 30 Jahren! Von den Detektoren am Windmessmast wurden 10(!) hochfliegende und 13(!) tief fliegende Arten festgestellt. Fledermäuse sind alle vom Aussterben bedroht und daher streng geschützt. GEKOPLAN meint, daß mit Gondelmonitoring, wobei Detektoren herannahende Fledermäuse registrieren, das Rad zum Stillstand gebracht werden könnte, doch Fledermäuse sterben schon vorher an inneren Blutungen durch die Luftdruckunterschiede. Herr Baumann, Landeschef des NABU Baden-Württemberg meinte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur DPA in Stuttgart,"für tödliche Lungenverletzungen von Fledermäusen durch den Druck der Rotoren sei noch keine Lösung gefunden worden. Denn die Kombination von Ultraschallsensoren und Windrädern sei technisch noch nicht ausgereift."

2013 wurde uns bekannt, daß die WKAs 100 Nächte im Jahr abgestellt werden sollen wegen der Fledermäuse. Im zur Einsicht ausliegenden Bauantrag werden jedoch unzählige Ausnahmesituationen aufgeführt,wie Temperaturen, Wind und Wetter, in denen die Rotoren doch betrieben werden sollen. Wer kann das kontrollieren?

Das Fledermausgutachten von Herrn Nagel lässt die Suche nach den Wochenstuben vermissen. Dabei hätte er die Fledermause mit einem großen Netz fangen und mit einem kleinen Sender versehen müssen. In der Wochenstubenzeit fliegen sie zu ihren Jungen. Bei der festgestellten ungewöhnlich hohen Fledermausdichte, sowohl an Arten, als auch an Individuen, müssten überall Wochenstuben sein, je nach Art in Felsnischen, hinter Baumrinde, im Wurzelwerk umgestürzter Bäume, in Baumhöhlen usw.. Wir fordern, dass die Suche nach den Wochenstuben nachgeholt wird! Im Wald lebende Arten verlieren durch die Rodungen für die Bauarbeiten ihren Lebensraum, ihre Schlafplätze (Löcher und Nischen in Bäumen) und ihre Wochenstubenplätze!

Einem TV-Bericht zufolge sterben jährlich durchschnittlich je Windrad 42 Fledermäuse. Bei jetzt in Deutschland in Betrieb befindlichen 24000 WKA`s wären dies jedes Jahr ca 1.000.000 Fledermäuse! Fledermausweibchen haben pro Jahr zumeist nur 1 Junges!

Alle Fledermausarten sind gesetzlich geschützt! Gebiete, in denen Fledermäuse naturgemäß noch so zahlreich vorkommen wie in den Limpurger Bergen, müssten von vornherein für Windkraft tabu sein.

2012 wurden Augenzeugenberichte zur Anwesenheit des Luchses nicht ernst genommen. Der Luchs ist ein sehr heimliches Tier und ist laut der Aussage eines Bekannten, dessen Vater in den siebziger bis neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts Jäger war, schon lange wieder in den Limpurger Bergen. Der Vater habe den Luchs selbst nicht gesehen, aber immer wieder Spuren von ihm, wie durch Kehlbiss erlegte und zerlegte Rehe, seinen Ruf, Spuren im Schnee, Kot, usw. Falls dies doch alles nicht wahr wäre, können wir damit rechnen, dass Luchs und Wildkatze in den kommenden Jahren zuwandern werden. Diese Meinung vertritt auch Herr Zorzi vom Umweltzenzrum.

Der geplante Naturstromspeicher liegt in wenigen 100m Entfernung von 2FFH-Gebieten, dem Eisbachtal und dem Grünzug bzw. Landschaftsschutzgebiet, das gleichzeitig als FFH-Gebiet ausgewiesen ist, zwischen Gaildorf und dem 1.Höhenrücken der Limpurger Berge. Normalerweise hätten in so eine Region keine WKA`s geplant werden dürfen. Die Einziartigkeit und Artenvielfalt der Limpurger Berge ginge damit unwiederbringlich verloren.

GEKOPLAN hat nur bis Mitte Februar 2012 an der Rastvogel Kartierung gearbeitet. Meines Erachtens hätte man bis Mitte März beobachten müssen, denn 2012 waren Rastvögel noch Anfang März zu beobachten. 2013 sogar noch im April und im Mai. Zugvögel registrierte GEKOPLAN nicht.

Auf dem Höhenrücken und entlang der geplanten Wasserleitung konnten wir weitere geschützte Tier und Pflanzenarten entdecken, wie die Stendelwurz und die Zauneidechse. Im Kochertal waren es die Lerche mit 5 oder 6 singenden Männchen über den Wiesen zwischen Münster und dem Mineralfreibad, die Wachtel, der Mittelspecht und der Feldschwirl an den Bachläufen der Kocherzuflüsse; der Feldschwirl genau da, wo die aktuelle Trasse der Druckrohrleitung verlaufen soll.

Den Hirschkäfer konnten wir 2012 in unmittelbarer Nähe des Höhenrückens nicht entdecken. Da er nur einen Monat im Jahr fliegt, und wir als Berufstätige nur begrenzt Zeit fanden, blieb er unentdeckt. Auf dem Schweizerhof wurden jedoch Hirschkäfer und ihre Larven gefunden.

Im Folgenden einige Zitate aus einer Schrift des NABU über "Windkraftanlagen im Wald":
"Sicher ist, das der bisher geschlossene Wald und seine Funktionen zerstört werden. Gerade aus Waldschutzgründen, d.h. der Bewahrung eines geschlossenen Waldsystems, wurden in den Landesforstgesetzen der Kahlschlag, d.h. die Schaffung von Freiflächen im Wald, verboten... durch Öffnung des geschlossenen Waldes wird u.a. das Waldinnenklima zerstört. Dies hat weitreichende Folgen, nicht nur für viele Tier,-und Pflanzenarten, sondern insbesondere auch für die Grundwasserneubildung."
und "Es wird daher notwendig sein, die Waldwege, die zum Aufstellungsort der WKA führen, erheblich auszubauen. Sämtliche Wege, inklusive den Grabendurchlässen müssen, um den Erfordernissen zu entsprechen, ausgebaut und .....die Wegbreite sowie die Wegkreuzungen den überlangen und überschweren Transporten angepasst werden. Die zur Aufstellung der WKA benötigten Autokrane, aber auch der größte Teil der anderen Transportfahrzeuge, haben erhebliche Achs,-und Gesamtgewichte, die über die Tragfähigkeit von Waldwegen hinausgehen und zu einer erheblichen Verdichtung des Bodens führen." . Beim Gaildorfer Projekt kommen die vier 17-20m tiefen Aushube für die Wasserspeicher und die Gräben für die Druckrohrleitung noch hinzu. Es wird im Bauantrag sogar von evt.nötig werdenden Hangdrainagen geschrieben. Die Drainagewirkung der Druckrohrleitung und die evt Hangdrainagen führen definitiv zu einer Entwässerung der Bergkuppe und zum Versiegen von Quellen. In einem Hitzesommer könnte der Wald, oder zumindest junge Bäume und Flachwurzler, vertrocknen. Dabei ist die erhöhte Waldbrandgefahr unbedingt zu berücksichtigen!

Beim Zwischenbericht am 29.11.2012 klang es, als könne es, die Geologie betreffend, keinerlei Probleme geben.
Der Aushub, unter anderem mit archäologischen Relikten und tonnenweise Jaspis, Chalcedon und versteinertem Holz (mehr dazu siehe unten) muss in hunderten von Lastwagen abtransportiert werden, dennoch will man mit lediglich geschotterten, und nur auf 5m verbreiterten Wegen auskommen.

Später, wenn in Betrieb, müssen die vorgeschriebenen Flächen um die WKA`s regelmäßig gemäht werden und die WKA`s täglich gewartet werden. Im Winter muss geräumt und gestreut werden. Bei Eiswurfgefahr sind die Arbeiter ungeschützt, und das gesamte Areal muss für Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer abgesperrt werden. Bei plötzlichem Übergehen von Regen in Schnee und Eis, kann eine Absperrung nicht rechtzeitig erfolgen. Menschen, die im 600m Bereich unterwegs sind, geraten in Lebensgefahr. Die Stadt will nur im 400m Bereich absperren. Das genügt bei den großen Anlagen nicht.

Die Störungen im Wald für Wild ,Vögel, Fledermäuse und Erholungssuchende werden ganzjährig täglich und massiv sein, eben wie in einem normalen Industriegebiet. Und das, obwohl der NABU und sogar die Landesregierung Aktionen zum Schutz des Waldes ins Leben gerufen haben und obwohl jeder Bürger ein Recht auf ein Naherholungsgebiet, Sommer wie Winter, hat.

Ganz normale Singvögel, die im Wald leben und ihre Brut großziehen, werden sich durch die genannten Störungen und die ständige Scheuchwirkung von oben, was für sie Gefahr bedeutet, aus diesem Gebiet zurückziehen. Auch Rehe und anderes Wild werden gehen.

Meine Meinung ist deshalb, dass der Lebensraum Wald viel zu kostbar ist, um ihn wegen einer Übergangstechnologie zu opfern. Die Verluste an Arten, die durch die WKA`s gefährdet oder gestört werden, sind zu groß. Wir werden in wenigen Jahren Tierarten zum Aussterben bringen, und das trotz aller Gesetze und gegen besseres Wissen.

Anlagenstandort 2 mitten in archäologischen Überresten ehemaliger Dörfer (Ortswüstungen)

Laut Plan liegt Anlage 2 mitten in Ortswüstungen, und die Druckrohrleitung zwischen 2 und 3 durchschneidet ein Areal mit archäologischen Relikten. Beim Denkmalamt Stuttgart teilte man mir mit, dass sie darüber informiert wären, aber nicht die Möglichkeit hätten, ein Bauvorhaben zu beeinflussen. Sie würden aber bei den Grabungen zugegen sein, um Funde sicher zu stellen.

Anlagenstandort 4 und 5 mitten im Fundgebiet von den geologischen Besonderheiten des Kieselberges.

Der Kieselberg ist bekannt für sein Vorkommen von Jaspis, Chalcedon und versteinertem Holz. Im Spätsommer, wenn das vorjährige Laub verrottet ist, kann man sie überall auf dem Boden verstreut liegen sehen. Im Wurzelwerk umgestürzter Bäume kann man sehen, dass sie im Boden in großer Zahl vorkommen. Wie weit in die Tiefe, ist mir nicht bekannt. Für den gewaltigen Aushub würden sie tonnenweise abtransportiert werden.

Diese weiteren zwei Besonderheiten, neben der herausragend vielseitigen und intakten Natur, und dem lieblichen Landschaftsbild des Kochertals, werden von der Stadt und dem Landratsamt mit Füßen getreten, um es einem Bauherren recht zu machen.
Gaildorf ist sich seines natürlichen und ganz besonderen Wertes nicht bewu0t. Es setzt alles daran, um seine Bürger unglücklich zu machen, denn niemand von ihnen kann sich das wahre Ausmaß der Anlagen und des erforderlichen Eingriffs vorstellen.

Wir werden ständigen Lärm und Infraschall haben, und unser Naherholungsgebiet, der „Hausberg“ der diesseits des Kochers wohnenden Bürger, wird uns genommen.

Des Weiteren wird CO2 Einsparung durch Wind,- und Wasserkraft bei weitem übertroffen von einem gesunden Wald und unverdichteten Boden, denn diese können immense Mengen an CO2 speichern. Auch Wasser wird so in der Landschaft gehalten. Jedes kleinste Dorf kann seinen Beitrag zum Klima,-und Hochwasserschutz leisten, indem es den Wald und die Äcker und Wiesen undrainiert und ökologisch intakt erhält!

Quellen & Hinweise:


Alle genannten Marken, Markennamen und geschützte Warenzeichen sind das Eigentum der Rechteinhaber.


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Mit WALD und WASSER spielt man nicht, -
mit BÜRGERABSTIMMUNG und DEMOKRATIE auch nicht!

Energiewende und Klimaschutz sind richtig und wichtig! -
Gerade deshalb ist Umweltschutz, Naturschutz und die Einhaltung der Baugesetze nie falsch!


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