Die Schlosskirche Schloss-Schmiedelfeld

Kochertal in Baden-Württemberg.

Die Schlosskirche Schloss-Schmiedelfeld

Beitragvon jan » Sa 8. Dez 2012, 11:41

Schlosskirche Schloss-Schmiedelfeld.
Ein hochrangiges Kulturdenkmal. Außergewöhnliches Engagement rettete wertvolles Kleinod vor dem Verfall.

Die hoch über Sulzbach-Laufen gelegene, ehemalige Schlosskirche Schmiedelfeld ist eines der bedeutendsten Renaissancebauwerke im Landkreis Schwäbisch Hall. Sie besitzt als Kulturdenkmal vor allem bauhistorischen, und insbesondere aufgrund der überlieferten wertvollen Ausstattung baukünstlerischen Rang. Von großer Bedeutung sind auch das vollständig erhaltene Stuck-Kreuzrippengewölbe und die wertvolle Renaissance-Stuckdecke im Langhaus. Als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung wurde die Kirche 1925 in das Landesverzeichnis der Baudenkmale in Württemberg eingetragen.

Leider ging das Schicksal nicht besonders gnädig mit der Schlosskirche Schmiedelfeld um. In den Jahren 1594/1595 errichtet, konnte sie ihre Funktion als Gotteshaus nur bis in die Zeit kurz nach 1800 beibehalten. Danach brachen harte Zeiten an. 1837 wurde sie nach Umbaumaßnahmen als Wohnhaus und Gaststätte zweckentfremdet. Bis in die jüngste Zeit diente das geschundene Kirchenbauwerk als Lagerraum für Stromzähler und war vom Abbruch bedroht.


Es ist dem Heimat- und Kulturverein Sulzbach-Laufen mit seinem rührigen Vorsitzenden Haucke Schmitt(Bild oben) zu verdanken, dass die Schlosskirche aus der existenzbedrohenden Gefahr gerettet werden konnte. Seiner Initiative, seinem außergewöhnlichen Engagement und seinem Durchhaltevermögen verdanken wir die Rettung dieses Baudenkmals.

Der am 19. April 1992 gegründete Verein, der damals 19 Mitglieder zählte, hat im Jahr 1994 die Schlosskirche Schmiedelfeld erworben und seitdem nicht nachgelassen, sich vehement für die Erhaltung dieses hochrangigen Kulturdenkmals einzusetzen. Heute(2001) beläuft sich die Mitgliederzahl auf mehr als 180 Bürgerinnen und Bürger.

Nach der Initialzündung durch den Heimat und Kulturverein Sulzbach-Laufen und seinen Vorsitzenden, konnte durch Bündelung der Mittel der Denkmalpflege die Erhaltung des Bauwerkes sichergestellt werden. An den Sanierungskosten von rund 2,3 Millionen Mark hat sich das Land Baden-Württemberg mit 934 000 Mark aus Mitteln der Denkmalfördrung beteiligt. Hinzu kamen etwa 220 000 Mark aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum. Auch die Europäische Union hat sich mit rund 300 000 Mark an der Erhaltung der Schlosskirche beteiligt. Nicht vergessen werden dürfen neben dem Beitrag der Denkmalstiftung Baden-Württemberg in Höhe von rund 500 000 Mark aber auch die zahlreichen großzügigen Spenden aus den Reihen der Bevölkerung, die die Finanzierung der Sanierung der Schlosskirche erleichterten.

Allen, die zur Rettung der Schlosskirche Schmiedelfeld beigetragen haben, danke ich recht herzlich. Das Wirken des Heimat- und Kulturvereins und der hiesigen Bevölkerrung ist ein vorbildliches Beispiel für erfolgreiches privates,bürgerschaftliches Engagement in der Denkmalpflege.

Gleichzeitig soll dieses Beispiel Mut machen, die Erhaltung von Kulturdenkmalen nicht allein den zuständigen Behörden und den politisch Verantwortlichen zu überlassen. Persönliches und finanzielles Engagement, aber auch Kreativität und innovatives Denken sind jederzeit willkommen.

Acht Jahre nach Beginn der Innenrenovierung konnte im August dieses Jahres (2001) die Schlosskirche eingeweiht werden. Nun kommt es darauf an, diese mit Leben zu erfüllen. Das Limpurger Land hat eines seiner größten historischen Monumente zurückerhalten.

Die Restaurierung der Außenfassade steht nun an. Ich bin zuversichtlich, dass dieser letzte Schritt bei der großen Akzeptanz, die die Schlosskirche in der Bevölkerung und bei den politisch Handelnden genießt, auch noch gelingen wird.

Dr. Walter Döring, MdL, -
Wirtschaftsminister und stellvertretender
Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg
(Festrede 2001)

Die Kapelle gehört zu einem ehemaligen Schloß aus dem 12. Jahrhundert, als eines der ältesten Limpurg`schen Besitzungen laut Prescher. Ab dem 16. Jahrhundert residierten und regierten mehrere Schenken von Limpurg im Schloß. Die Anlage ist heute im Privatbesitz.

Zum Schloß gehört die Schloßkirche als eine der wenigen Sakralbauten der Renaissance im Landkreis Schwäbisch Hall. Sie wurde 1594/95 von Schenkin Eleonore, der Gemahlin des Schenken Johannes gestiftet. Bis vor wenigen Jahren stand die Kirche im Privateigentum und wurde bis zur Unkenntlichkeit verbaut und verunstaltet. Der örtliche Heimat- und Kulturverein ist seit 1993 Eigentümer.

Hauke Schmitt kenne ich noch vom Bäcker, wo ich ihn über einige Jahre verteilt, morgens beim Weckle holen traf, ohne etwas von der Schlosskirche und den Geschichten dazu, zu wissen.


Quellen und Verweise:






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Mit WALD und WASSER spielt man nicht, -
mit BÜRGERABSTIMMUNG und DEMOKRATIE auch nicht!

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Gerade deshalb ist Umweltschutz, Naturschutz und die Einhaltung der Baugesetze nie falsch!


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Festschrift zur Wiedereröffnung

Beitragvon jan » Di 19. Feb 2013, 21:43

2001 gab die RUNDSCHAU Gaildorf zur Wiedereröffnung der sanierten und renovierten Schlosskirche eine Sonderbeilage heraus, die mit viel Aufwand und Engagement erstellt und verteilt wurde.

Die Sanierung der Schlosskirche ist eine private, bürgerschaftliche Gemeinschaftsleistung des Heimat und Kulturvereins Sulzbach-Laufen, der zu diesem Zweck extra gegründet wurde. Ich freue mich, Ihnen diese fast vergessene Festschrift in meinem Bilderbuch zeigen zu können (mit freundlicher Kenntnisnahme der RUNDSCHAU Gaildorf). Sie können dort die Einzelseiten in der Galerieansicht oder als Diaschau ansehen. Mit einem Rechts-Klick und <Link im neuen Tab öffnen> können Sie jedes Bild in max. Größe aufrufen.


Quellen, Hinweise & Verweise:



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