Fischereiverein schafft Laichbett für Fische im Kocher

Kochertal in Baden-Württemberg.

Fischereiverein schafft Laichbett für Fische im Kocher

Beitragvon jan » Sa 21. Okt 2017, 09:01

Fischereiverein schafft Laichbett für Fische im Kocher

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Bevor das neue Kiesbett aufgeschüttet wird, muss der Kocher abgefischt werden. Der Bagger wird durch den Kocher dirgiert.

Für Fische auf Freiersflossen ist der Kocher bei Gaildorf nicht gerade ideal. 80 Prozent aller Fischarten im Kocher bevorzugen einen kiesigen Untergrund als Laichplatz, und solche Plätze sind mittlerweile rar. Querverbauungen wie beispielsweise Wehre haben dazu geführt, dass bestehende Kiesflächen versandeten oder verhärteten. Somit haben die Fische kaum noch Möglichkeiten, sich auf natürlichem Weg zu vermehren.

Auf Initiative des Fischereivereins 1882 Gaildorf wurde nun bei Kleinaltdorf ein neues Kieslaichbett geschaffen. Eine entsprechende Anfrage beim Regierungspräsidium in Stuttgart und dann später in der Außenstelle in Ellwangen wurde wohlwollend begrüßt; dem Vereinsvorsitzenden Markus Frank wurde vom Regierungspräsidium Stuttgart beratende und finanzielle Unterstützung zugesagt.
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Dieser neue Kieslaichplatz am Kocher bei Gaildorf soll langfristig mithelfen, eine gewisse Nachhaltigkeit im Fischbestand zu erreichen. Sollte ein Hochwasser oder andere Einflüsse das Kiesbett in seiner Funktion beeinträchtigen, wird erneut der Bagger zum Einsatz kommen.

Wie viel die Aktion exakt gekostet hat, war gestern nicht mehr zu erfahren. Den Löwenanteil der Kosten dürfte aber das Regierungspräsidium übernehmen. Der Gaildorfer Fischereiverein ist mit 800 Euro und natürlich mit erheblichen Eigenleistungen beteiligt.


Anglerglück Hauptfischarten im Kocher bei Gaildorf sind Karpfen, Döbel, Hechte, Bachforellen, Aale und verschiedene Weißfischarten (http://www.Fisch-Hitparade.de). Auch der Brachsen oder Blei ist nachgewiesen: Der Soulsänger Curtis Salgado (Bild) hat einen solchen Fisch im Februar 2015 bei Ottendorf aus dem Kocher gezogen. Der begeisterte Angler war beim Pferdemarktjazzfrühschoppen aufgetreten und danach vom Fischereiverein zum Angeln eingeladen worden.

Bestand Die Hegegemeinschaft Kocher listet im Bereich zwischen Bad Friedrichshall und Künzelsau folgende Fische nach Häufigkeit auf: Gründling (21,6 %), Rotauge (21,6 %), Döbel (19,4 %), Laube (13,5 %), Schneider (8,3 %), Schmerle (4,3 %), Hasel (2,4 %), Barbe (2,4 %), Flussbarsch (2,2 %), Bitterling (1,6 %), hinzu kommen Aal, Nase, Stichling, Brachse, Hecht, Elritze, Giebel, Wels, Koppe, Güster, Blaubandbärbling, Schleie, Rotfeder, Karp­fen, Bachforelle, Kaulbarsch und Zander. Die Hegegemeinschaft Kocher-Rot erstellt derzeit ein eigenes Hegekonzept.





Ein nettes Bemühen. Doch der Kocher ist wie er ist, und so wird er vermutlich auch bleiben. 80 Prozent aller Fischarten im Kocher bevorzugen einen kiesigen Untergrund als Laichplatz... schreibt RUNDSCHAU vorstehend. Und welche und wie viele der aufgezählten Arten sind Kieslaicher, die sich im Kocher tatsächlich und selbständig vermehren? Dazu kommt das Kieslaicher in der Regel ein 'sommerkaltes' Gewässer benötigen. Das ist der Kocher nicht. So stehen die Chancen nicht schlecht, das man das richtige am falschen Wasser mit dem falschen Bestand versucht. Diese Maßnahme, durchgeführt an einem sommerkalten, und von landwirtschaftlichen Einträgen freien Seitenbach des Kochers, - wäre die wesentlich sinnvollere Maßnahme gewesen. Dazu kommt das große Thema in unserer Region: wo sind noch von landwirtschaftlichen Einträgen freie, unbelastete Gewässerstrecken?

Diese Maßnahme hat bei allem guten Willen leider gute Chancen, an allen Gegebenheiten vorbei, leider kein Laichbett für nur einen Fisch oder nur eine Fischart zu liefern. Eine grundlegende Kartierung, Absicherung und Optimierung der 'von landwirtschaftlichen Einträgen freie, unbelastete Gewässerstrecken' ist die Voraussetzung solcher Massnahmen. Die Zustimmung zu dieser abwegigen Massnahme von Seiten Naturschutzbundes NABU-Gaildorf Limpurger Land e.V. (Karl-Heinz Johe) wundert nicht, braucht auch niemand. Schließlich stimmte diese NABU-Kompetenz den ökologischen und planerischen Abwegigkeiten zum Unterbecken eines angeblichen Naturstromspeicher-Gaildorf zu. Zufällig lange noch bevor der verfallene und vergangene Bauantrag 2013, und die perfiden und abwegigen Planungen dort, überhaupt mit einem Bauantrag bekannt wurden. (Quellenangabe: grünes BÖGL-Naturstromspeicher-Prospekt 2013)

Doch noch das größere und wirkliche Dilemma, aber zeigt die o.a. Bestandsliste der Hegegemeinschaft Kocher-Rot. Wer dieses Fisch- und Arten-Gemenge in den Kocher schmeißt und zuordnet, der hat seine Hegepflicht und Hegekompetenz komplett verspielt. Dazu kommt dann noch das jahrzehntelange Bemühen aller Vereine, unsere heimischen Bestände mit dänischen, holländischen, tschechischen, schwarzwäldischen oder bayerischen genetisch fremden Mastfischen zum Sportbesatz (z.B. Regenbogenforelle, Bachforelle, Hecht, Zander, Wels, ...) zu verdrängen und zu verspielen.

Zufällig fehlen dann in der Liste noch Quappe und Strömer, die seit Zeiten als der Kocher noch in die Donau floss -bis heute, - im Kocher leben und sich 'natürlich' vermehren.

Und wenn man dann bzgl. Fisch und Hege soweit ist, könnte man sich mit der Frage beschäftigen, warum es für den Fischereiverein Gaildorf, Fischereiverein Oberrot und ex-Bürgermeister Mayr (Bundesverdienstkreuz am Bande) / Oberrot so wichtig war und ist, die ursprüngliche aus zu hebeln und deren Leistungen und Bemühungen... samt EU-WRRL 15-25 Jahre 'zurück zu werfen' und 'zurück zu schrauben'?



Quellen & Hinweise:












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