Die Welzheimer Sternwarte

Kochertal in Baden-Württemberg.

Die Welzheimer Sternwarte

Beitragvon jan » Mo 7. Aug 2017, 01:52

Welzheim
Einblick in die Welzheimer Sternwarte

Durch eine Initiative der Stadtverwaltung Welzheim konnte auf der Markung Langenberg ein geeigneter Standort für eine Sternwarte gefunden werden. Die klimatischen Verhältnisse sind im Welzheimer Wald zur Beobachtung der Gestirne besonders geeignet, die Schadstoffbelastung ist minimal und der Sternenhimmel noch einigermaßen nachtdunkel.

Aus dem Jahr 1989 datiert der Beschluss zum Bau der Welzheimer Sternwarte. Die Stadt errichtete mit Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg und den Rems-Murr-Kreis die Sternwartengebäude samt Kuppeln, während die Landeshauptstadt Stuttgart die Teleskope sowie die technischen Einrichtungen beisteuerte.

Der Bau der Sternwarte wurde in den Jahren 1991 und 1992 umgesetzt. Am 6. September 1992 ging die Sternwarte Welzheim offiziell in Betrieb. Sie dient seither als Beobachtungsstation des Planetariums der Landeshauptstadt Stuttgart. Neben den öffentlichen Sternführungen gehört zur Hauptaufgabe des Welzheimer Observatoriums, Himmelsaufnahmen für die Gestaltung der Sternenvorführungen im Stuttgarter Planetarium zu gewinnen.

Mann der ersten Stunde

Professor Hans-Ulrich Keller (73) ist der Mann der ersten Stunde, und Hauptobservator Martin Gertz gesellte sich schon nach einem halben Jahr dazu. Astronom Keller ist Gründungsdirektor des Carl-Zeiss-Planetariums Stuttgart (1976 bis 2008) und Professor für Astronomie an der Universität Stuttgart. Er hatte vor rund 30 Jahren einen Aufruf nach einem geeigneten Standort für die Himmelsbeobachtung veröffentlicht.

In der Geschichte der Sternwarte ist ansonsten von anderen, positiven Höhepunkten zu berichten. Dazu zählt der Bau einer zweiten Kuppel zur totalen Sonnenfinsternis im Jahr 1999. Professor Hans-Ulrich Keller erinnert sich, dass sowohl im Welzheimer Wald als auch in Stuttgart der Himmel an jenem Tag wolkenverhangen war und die Beobachter das Schlimmste befürchteten. Aber kurz vor der Sonnenfinsternis riss der Himmel über Langenberg auf. Kurz nach der Sonnenfinsternis war der Himmel wieder wolkenverhangen. Wer da wohl Regie geführt hat?

Die dritte Sternwartekuppel wurde bei dem extrem seltenen Ereignis eines Venustransits im Jahr 2008 in Betrieb genommen. Ein weiterer Höhepunkt ist die Inbetriebnahme des 90-Zentimeter-Spiegelteleskops im Jahr 2006. Damit beheimatet die Sternwarte Welzheim das größte Teleskop in Baden-Württemberg.

Von Welzheim ins Weltall

Außer den Sternführungen für die Öffentlichkeit, für Schulklassen sowie Gruppen und Vereine werden exklusive Himmelsaufnahmen auf der Welzheimer Sternwarte von Martin Gertz hergestellt. Diese sind für die Sternenführungen im Planetarium in Stuttgart bestimmt. Außerdem stehen sie für astronomische Fachveröffentlichungen zur Verfügung.

Der Planetenweg
Seit Juli 2010 verfügt die Stadt Welzheim über eine neue touristische Attraktion, nämlich über einen so genannten Planetenweg. Auf ihm ist es im wahrsten Sinne des Wortes möglich, die Dimensionen unserer näheren kosmischen Heimat, des Sonnensystems, anschaulich zu erwandern. Solche Planetenwege oder –pfade sind nicht nur lehrreich, sondern auch der Gesundheit zuträglich. Man bewegt sich in frischer Luft und erwandert dabei die gigantischen Dimensionen unseres Sonnensystems.

Planetenwege sind gewissermaßen maßstabsgetreue Modelle unseres Sonnensystems. Vom Zentralgestirn, nämlich unserer Sonne ausgehend, sind sie in maßstabsgetreuen Abständen als „Planetenstationen“ aufgestellt. Mit zunehmender Entfernung von der Sonne werden die Abstände von Station zu Station immer größer und die Gehzeit wird immer länger vor allem, wenn man langsam aber stetig müder wird.

Der Welzheimer Planetenweg führt vom Parkplatz Laufenmühle hinauf an der Kesselgrotte vorbei zur Sternwarte Welzheim. Die Positionen der Planeten sind durch Tafeln markiert, auf denen die wichtigsten Eigenschaften und Kenndaten der einzelnen Wandelgestirne vermerkt sind. Acht große Planeten umkreisen unsere Sonne als Zentralgestirn. In ihrem Abstand von der Sonne aufgezählt heißen sie: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Man kann sich die Reihenfolge leicht durch folgenden Merkspruch einprägen: Mein Vater Erklärt Mir Jeden Sonntag Unseren Nachthimmel. Die Anfangsbuchstaben der Worte in diesem Satz entsprechen den Anfangsbuchstaben der Planeten in ihrer Reihenfolge von der Sonne.

Auf dem rund zwei Kilometer langen Welzheimer Planetenpfad sind die Planetentafeln maßstabsgetreu in ihrem Abstand vom Zentralgestirn, der Sonne, aufgestellt. Die Sonne ist dabei bei der Sternwarte Welzheim lokalisiert. Die zweitausend Meter Länge des Planetenweges entsprechen in der Natur rund viereinhalb Milliarden Kilometer. Die Tafel des fernsten Planeten, Neptun, steht am Parkplatz Laufenmühle, von wo man starten kann. Neptun ist dreißig Mal weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Nach einem relativ langen Wegstück trifft man auf die Tafel des Planeten Uranus, die bei einem Brunnen steht, der inzwischen „Uranus-Brunnen“ getauft wurde. Damit hat man bereits ein Drittel des Planetenpfades zurückgelegt. Anschließend geht es steil bergan bis zum Planeten Saturn, der in zehnfacher Distanz Erde – Sonne das Zentralgestirn umkreist. Damit sind bereits zwei Drittel des Weges zur Sonne und zur Sternwarte absolviert. Bei einer Rastbank in der Siedlung Lettenstich stößt man auf die Tafel des Riesenplaneten Jupiter. Er umkreist die Sonne in fünffachem Erdabstand einmal in zwölf Jahren. Weiter marschiert man am Waldrand entlang in Richtung Sternwarte und stößt bald auf die Marstafel. Mars ist der äußere Nachbarplanet der Erde. Nach wenigen Metern erreicht man schließlich die Tafel unseres Heimatplaneten. Ihr zur Seite steht noch die Tafel unseres Erdmondes. Auch hier kann man kurz verweilen, ausruhen und die Texte der Tafeln studieren. Auch enthält jede Tafel ein eindrucksvolles Bild des jeweiligen Planeten. Von der Erde ist es nun nicht mehr weit zu den Tafeln von Venus, Merkur und der Sonne direkt bei der Sternwarte. Hinzu kommen zwei ansprechende Tafeln, an denen man den aktuellen Sternenhimmel nach Datum und Uhrzeit selbst einstellen kann sowie die Entstehung der Mondphasen anschaulich erklärt bekommt. Legt man den Planetenweg in einer halben Stunde zurück, so entspricht dies in der Natur der achtfachen Lichtgeschwindigkeit!.


Die Sternwarte

Öffentliche Sternführungen (nur bei sternklarem Wetter) von Oktober bis März: Montag, Mittwoch, Samstag 20 Uhr; April und September: Montag, Mittwoch, Samstag 21 Uhr; Mai bis August: nur Samstag 22 Uhr. Die Führungen beginnen pünktlich zu den angegebenen Zeiten und dauern etwa eineinhalb Stunden. Zu spät kommenden Besuchern kann unter Umständen aus Sicherheitsgründen kein Einlass mehr gewährt werden. Bei wolkigem oder bedecktem Himmel oder an gesetzlichen Feiertagen finden keine Führungen statt. Der Eintritt ist frei.




Quellen & Hinweise:

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mit BÜRGERABSTIMMUNG und DEMOKRATIE auch nicht!

Energiewende und Klimaschutz sind richtig und wichtig! -
Gerade deshalb ist Umweltschutz, Naturschutz und die Einhaltung der Baugesetze nie falsch!


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