Emil & Emil Schmidt - Bauschlosser und Kunstschmiede in SHA

Kochertal in Baden-Württemberg.

Emil & Emil Schmidt - Bauschlosser und Kunstschmiede in SHA

Beitragvon jan » So 7. Mai 2017, 11:12

Schwäbisch Hall
Emil Schmidt Senior prägt mit seinen Arbeiten das Bild der Stadt

Der Handwerker Emil Schmidt Senior hat in Hall seine Spuren hinterlassen. Nach seinem Tod 1959 wurde er auf dem Oberen Nikolaifriedhof bestattet.

Der Krieg steht kurz vor dem Ende. Noch aber fliegen im April des Jahres 1945 die amerikanischen Jagdbomber über Hall. Nach einem Angriff am 16. April brennt das Rathaus aus. Fünf Wochen später beschließt der neue Haller Gemeinderat: Das Rathaus wird wieder aufgebaut. Emil Schmidt und Emil Schmidt – Vater und Sohn, die nach der Zerstörung des Rathauses die Reste der Krone aus dem Schutt geborgen haben – bekommen später einen Auftrag: Die Haller Handwerker sollen die Krone wieder herstellen. Am 17. Juli 1947 – zehn Monate nach dem Richtfest – wird die neue Turmkrone auf das Rathaus gesetzt.

Vater und Sohn Schmidt haben sich damit ein Denkmal in Hall gesetzt – eines von vielen der Handwerkerfamilie Schmidt in der Kocherstadt.
  • Die beiden restaurierten zusammen mehrfach das Renaissancegitter am Marktbrunnen.
  • Beide bleiben zudem mit zahlreichen Einzelprojekten im städtischen Gedächtnis.
  • Emil Schmidt senior fertigte beispielsweise den Wasserspeier über dem Café am Markt,
  • das Kellertor in der Klosterstraße 10,
  • die Eingangstür des Neubausaals,
  • das Geländer vor dem Ratskeller,
  • das Fenstergitter des Clausnizerhauses,
  • das Wirtshausschild des “Goldenen Adlers“.
  • Weitere Arbeiten von Schmidt senior sind etwa an St. Michael, am Wirtshaus Schuhbäck, am Sparkassenplatz, in der Haalstraße, Am Spitalbach, Im Weiler, am Gräterhaus in der Gelbinger Gasse sowie in Steinbach zu sehen.
  • Schmidt fertigte Fenster- und Oberlichtgitter, Türklopfer und -griffe, Wirtshaus- und Schlüsselschilder, Kerzenständer, Türe und Toren.
  • Sein Sohn (1912 bis 2002) sollte sich auch in der Landeshauptstadt einen Namen machen: Emil Schmidt junior stellte in Stuttgart das im Krieg zerstörte schmiedeeiserne Geländer des Neuen Schlosses wieder her.
Heute erinnert das Kunstschmiedehaus Emil Schmidt im Brückenhof 4 an das Vater-Sohn-Gespann. Wer das 2006 eröffnete Museum betritt, reist gefühlt in der Zeit zurück. Schmiedekunst aus mehreren Jahrhunderten ist dort ausgestellt. Andrea Rekšans, Holzbildhauerin und Dozentin an der Haller Akademie der Künste, wird die neue Pächterin des Hauses.

Der Bau atmet die Zeit, in der Emil Schmidt senior gelebt hat. Am 14. August 1871 geboren, beginnt Schmidt 14 Jahre später eine Bauschlosser-Lehre bei seinem Onkel. Es ist der Beginn eines Handwerker-Lebens: Nach Gesellenzeit und Militärdienst eröffnet er im Jahr 1904 im elterlichen Haus im Brückenhof 4 eine Bau- und Kunstschlosserei. Nach dem Tod seiner ersten Frau im Jahr 1910 heiratet Schmidt im folgenden Jahr ein zweites Mal. Der Handwerker kämpft im Ersten Weltkrieg, eröffnet danach wieder die Schlosserei. 1937 übergibt der Vater den Betrieb an seinen Sohn Emil.

Als Schmidt senior am 14. August 1951 70 Jahre alt wird, erntet er Früchte seines Schaffens: Die Stadt ernennt den Kunstschlossermeister zum Ehrenbürger. In der Kreuzäckersiedlung wird außerdem ein Weg nach Erich Schmidt senior benannt.

Der Handwerker war in seiner Geburtsstadt verwurzelt: Schmidt war jahr(zehnte-)lang Sieder, Haalhauptmann und Fahnenträger der Turn- und Sportgemeinde, er war aktiv bei der freiwilligen Feuerwehr, im Gewerbeverein, im Verein Alt-Hall, im Historischen Verein für Württembergisch Franken.

Schmidt starb am 25. Februar 1959. Drei Tage später wird das Haller Original auf dem Oberen Nikolaifriedhof beerdigt. 43 Jahre später wird auch der Sarg mit seinem Sohn, seinem kongenialen Handwerker-Partner, in das Grab abgelassen.

Info Wer sich in Leben und Werk von Vater und Sohn Emil Schmidt detailliert einlesen will, dem sei das Buch “Auf den Spuren der Kunstschmiede Schmidt in Schwäbisch Hall“ empfohlen. Das 2007 erschienene und von der Emil-Schmidt-Stiftung herausgegebene Werk von Matthias Natzke hat 136 Seiten.




Quellen & Hinweise:


- 2 Bilder eingebunden

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