Wie Pückler nach Gaildorf kam

Kochertal in Baden-Württemberg.

Wie Pückler nach Gaildorf kam

Beitragvon jan » Di 4. Okt 2016, 09:41

„Graf von Pückler und Limpurg’schen Wohltätigkeitsstiftung“

Der lange Name hat natürlich Geschichte und besteht aus zwei Teilen: Pückler und Limpurg. Viele Gaildorfer kennen Graf Gottfried noch, wie er mit Kutsche und Pferdegespann durch Gaildorf und sein Anwesen fuhr. Graf Gottfried fühlte sich als Gaildorfer und hat als einziger der Verwalter der Pückler-Dynastie nicht in der Familiengruft auf dem Stammsitz Burgfarrnbach bei Fürth, sondern in Gaildorf seine letzte Ruhestätte gefunden.

Es gab einen gemeinsamen Vorfahren, einen „Urpückler“, der 1334 gelebt hat. Aber schon im Spätmittelalter hat sich die Pücklerfamilie in zwei Linien gespalten: in die Linie, die in der Lausitz ihren Stammsitz gefunden hat, und in die fränkische Pücklerlinie, die letztendlich mit Graf Gottfried ihr Ende fand.

Stiftung statt Schloss-Neubau

Den ersten Kontakt zum Limpurger Land gab es 1737 durch die Heirat von Christian Wilhelm Karl mit Caroline Christiane von Löwenstein-Wertheim, Enkelin des letzten Schenkenpaares Vollrath und Eleonore von Limpurg. Allerdings hatte Christian Wilhelm Karl noch wenig mit Gaildorf am Hut.

Den Weg nach Gaildorf fanden die Adeligen dann mit Friedrich Philipp Karl, Urgroßvater von Graf Gottfried. Was dann folgte, war eine wechselhafte Geschichte mit einigen Rückschlägen. So brannte das neu erbaute Schloss gleich zweimal ab, nach der zweiten Zerstörung am 20. April 1945 verschwand es ganz von der Bildfläche. Zwar plante Graf Gottfried noch einen Neubau an der Stelle, an der heute das Graf-Pückler-Heim steht, aber nachdem Gottfried und Adele keine eigenen Kinder hatten und die beiden Söhne seines Bruders im Zweiten Weltkrieg gefallen waren und damit die geplante Erbfolge unterbrochen wurde, entschloss er sich, sein Vermögen in eine Stiftung umzuwandeln, was er dann 1951 auch verwirklichte. Zwar gibt es heute in Gaildorf keine Grafen mehr, aber durch die Stiftung hat Graf Gottfried dem Namen Pückler zumindest im Limpurger Land ein Denkmal geschaffen.


Graf Gottfried und Gräfin Adele

20. April 1871 In Burgfarrnbach wird Graf Gottfried als sechstes Kind des Ehepaares Ludwig August von Pückler-Limpurg und Auguste (geborene Freiin von Wöllwarth-Lauterburg) geboren.

19. April 1898 Hochzeit von Graf Gottfried von Pückler-Limpurg und Gräfin Adele, einer geborenen Prinzessin zu Hohenlohe-Ingelfingen.

20. April 1945 Die Stadtkirche und das Pückler’sche Schloss in Gaildorf werden durch deutsche Brandgranaten zerstört.

24. Dezember 1950 Graf Gottfried und Gräfin Adele unterzeichnen die Gründungsurkunde der Graf von Pückler und Limpurg’schen Wohltätigkeitsstiftung.

26. November 1957 Graf Gottfried stirbt im Alter von 86 Jahren. Die Stiftung wird Alleinerbin des Vermögens des kinderlos gebliebenen Grafenpaares.

9. November 1961 Mit dem Tod Gräfin Adeles erlischt das Gaildorfer Grafenhaus der Familie Pückler-Limpurg.


Quellen & Hinweise:

Matthias Rebel, Geschäftsführer der „Graf von Pückler und Limpurg’schen Wohltätigkeitsstiftung“

Im Keller-Durchgang vom Graf Gottfried-Stift zum Pflegeheim gibt es detailliertere Hinweise.

Alle genannten Marken, Markennamen und geschützte Warenzeichen sind das Eigentum der Rechteinhaber.


- -

Bild

Mit WALD und WASSER spielt man nicht, -
mit BÜRGERABSTIMMUNG und DEMOKRATIE auch nicht!

Energiewende und Klimaschutz sind richtig und wichtig! -
Gerade deshalb ist Umweltschutz, Naturschutz und die Einhaltung der Baugesetze nie falsch!


-
Benutzeravatar
jan
 
Beiträge: 489
Registriert: Di 6. Dez 2011, 22:49

Zurück zu KOCHERTAL



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron