Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik SHG

Kochertal in Baden-Württemberg.

Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik SHG

Beitragvon jan » Fr 9. Sep 2016, 17:26

Vor gut 150 Jahren schlug im Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik das Herz der Gmünder Schmuckproduktion.

Als älteste noch erhaltene Gmünder Fabrik wurde das Gebäude 1986 Kulturdenkmal, 1992 dann Museum – und damit
ein einzigartiges Kleinod in der süddeutschen Museumslandschaft. Wie an keinem anderen Ort ist hier der Arbeitsalltag eines Gmünder Gold- und Silberarbeiters in der Mitte des 19. Jahrhunderts unmittelbar greifbar.

Noch immer sieht alles so aus, als sei die Fabrik vor langer Zeit plötzlich verlassen worden. Alle Maschinen sind bis heute im Original erhalten und intakt. Im Kontor liegen alte Auftragsbücher. Und noch immer lagern in den Regalen Hunderte von Stahlgesenken, mit denen Stockgriffe, Kerzenleuchter, Tabletts und vieles anderes mehr geformt und gefertigt wurden.

Einzigartig ist auch die im Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik eigens eingerichtete Kinderwerkstatt. Mädchen
und Jungen im Alter von 8 bis 12 Jahren können hier die Welt des Schmucks entdecken und unter fachlicher Anleitung
ihr eigenes Schmuckstück selbst herstellen. In den Sommermonaten gibt es regelmäßig Wechselausstel-
lungen zu den Themen Schmuck und Silber.

Von der Fabrik zum Museum

1820 eröffnet der Goldarbeiter Nikolaus Ott eine Werkstatt für Bijouteriewaren. Er beschäftigt 1836 zwölf »Gehülfen«.
1845 errichtet er ein modernes Fabrikgebäude auf der »Brandstatt«.
Sein Neffe Johann Baptist Ott erweitert 1855-1857 die Firma und installiert eine Dampfmaschine und eine kleine Gasfabrik mit Gasometer.
1860 exportiert die Firma jährlich allein nach Kuba Goldwaren im Wert von 200.000 Gulden.
1851-1873 nimmt das Unternehmen an den großen Weltausstellungen in London, München, Paris und Wien teil.
1876 stirbt Johann Baptist Ott, Sohn Wilhelm übernimmt den Betrieb.
1900/1906 wird ein Silberschlaghammer aufgestellt und in einem Nebengebäude ein Gasmotor als zentraler Kraftantrieb für die Fabrik eingebaut.
1928 wird die Firma von der Familie Joseph Pauser übernommen.
Moderne Elektromotoren zum Betrieb der Arbeitsmaschinen ersetzen den Gasmotor.
Die Weltwirtschaftskrise 1929-1932 zwingt Pauser zu starken Einschränkungen im Betrieb. Es werden nur noch acht bis zehn Mitarbeiter beschäftigt, die Geschäftsräume werden verkleinert.
1939 zerstört der 2. Weltkrieg die Wirtschaftsgrundlage der Firma vollständig. Nach dem Krieg kommt es durch Wiederbelebung alter Geschäftskontakte zu einer leichten Besserung der wirtschaftlichen Situation.
Ab 1960 wird die Produktion von Emil Pauser sen., dem letzten Betreiber der veralteten Fabrikanlage, immer weiter eingeschränkt. Nur noch zwei bis vier Mitarbeiter werden sporadisch beschäftigt.
1979 stellt Pauser die Produktion ein.
1984 stirbt Emil Pauser sen. Eine Bürgerinitiative bemüht sich gemeinsam mit der Stadt Schwäbisch Gmünd darum, die Fabrik zu kaufen und als Industriemuseum einzurichten.
1986 erfolgt der Eintrag der Fabrik als erhaltenswertes Kulturdenkmal in das Denkmalbuch Baden-Württemberg. Die Stadt Schwäbisch Gmünd richtet die Fabrik 1987-1992 als Silberwarenmuseum ein.

Quellen & Hinweise:




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