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„Insektentod und Windkraft“

BeitragVerfasst: Fr 15. Mär 2019, 19:43
von GRAUSTROMSPEICHER
Das Thema „Insektentod und Windkraft“ nimmt gerade Fahrt auf:

Das Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR), Institut für Technische Thermodynamik in Stuttgart hat eine durchgeführt.

Diese Studie führt zu zwei zentralen Erkenntnissen:

  1. Windkraftanlagen in Deutschland töten in der warmen Jahreszeit (April – Oktober) bis zu 18 Milliarden Insekten pro Tag, dies sind 3,6 Billionen Insekten pro Jahr und entspricht 3.600 Tonnen „Insektenmasse“ pro Jahr. Diese Größenordnung könnte relevant für die Stabilität der gesamten Fluginsektenpopulation sein.
    Die bisherige Annahme, Insekten bewegen sich fast ausschließlich unterhalb von etwa 30 Meter über Grund und damit außerhalb der Windrotoren ist ebenso wenig haltbar wie die Annahme, dass Insekten nicht bei hohen Windgeschwindigkeiten fliegen. Insekten aller Art fliegen sowohl bei niedrigen als auch bei hohen Windgeschwindigkeiten in der Höhe moderner Windkraftanlagen. Während der warmen Saison kommt es zu Massenbewegungen großer Insektenschwärme in hunderten Meter Höhe.
    Die Verluste treten selektiv während der Migration und damit kurz vor der Eiablage der Insekten auf und wirken sich damit verstärkt auf die nachfolgende Generation aus. Die geschätzten Verluste werden nicht nur dem jährlichen Reproduktionsprozess der Insektenpopulation, sondern auch der gesamten nachfolgenden Nahrungskette (z.B. Fledermäuse) entzogen.
    Die Studie spricht von einer sehr besorgniserregenden Entwicklung; die getroffenen Abschätzungen werden als konservativ eingeschätzt.

  2. Aufgrund der Verschmutzung der Rotorblätter mit Überresten von Fluginsekten kommt es zu Effizienzverlusten von Windkraftanlagen von bis zu 50%.
    Die Insektenrückstände an den Rotorblättern können zu einem Strömungsabriss und damit zu Effizienzverlusten von Windgeneratoren führen. So hat sich bereits eine Reinigungsindustrie für Rotorblätter etabliert.

Ausführlicher Projektbericht:



Vortrag vom 06.03.2019 im Magnus Haus der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in Berlin:


Diese Studie hat bereits einen ersten Niederschlag in der Presse gefunden:



Sience Skeptical 28.02.2019:

Tichys Einblick 13.03.2019:

- Mail: pro-schurwald@web.de



Quellen & Hinweise:











Alle genannten Marken, Markennamen und geschützte Warenzeichen sind das Eigentum der Rechteinhaber.

Nabu will Land verklagen

BeitragVerfasst: Fr 15. Mär 2019, 19:47
von GRAUSTROMSPEICHER
Pflanzenschutzmittel in Baden-Württemberg

Nabu will Land verklagen



Die Naturschützer möchten wissen, wie viele Spritzmittel im Südwesten ausgebracht werden. Agrarminister Peter Hauk (CDU) betont, diese Daten würden bisher weder gesammelt noch ausgewertet. Er will aber bald einen Vorschlag machen.

Niemand weiß, wie viele Spritzmittel auf baden-württembergischen Äckern ausgebracht werden.

Stuttgart - Um Informationen über Pestizide in Naturschutzgebieten zu bekommen, hat der Naturschutzbund Baden-Württemberg (Nabu) eine Klage gegen das Land angekündigt. Details will der Verband aber erst am Donnerstag, 21. März, bei einer Pressekonferenz in Stuttgart veröffentlichen. Das Land lehne es ab, die Daten weiterzugeben. Der Nabu will nun vor die Verwaltungsgerichte Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg und Sigmaringen ziehen. Bisher gibt es auch keinerlei Daten dazu, wie viele Pflanzenschutzmittel im Südwesten auf Äcker und Wiesen ausgebracht werden.

Der Nabu und Agrarminister Peter Hauk (CDU) liegen sich bei dem Thema seit März 2018 in den Haaren. Damals hatte der Nabu einen Pestizidbericht veröffentlicht, der allerdings auf bundesweiten Zahlen beruht und deshalb umgehend angezweifelt wurde, auch von Minister Hauk. Er sagte zudem, es gehe die Bevölkerung nichts an, wie viele Herbizide, Fungizide oder Insektizide die Landwirte, Obstbauern und Winzer ausbrächten. Nach Protesten nahm er diese Worte zurück. Er bleibt aber dabei, dass es derzeit nicht möglich sei, die Daten zu sammeln und auszuwerten, auch aus Datenschutzgründen, betont der Minister.

Hauk will aber demnächst eine Strategie zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln in Baden-Württemberg veröffentlichen, in der ein Vorschlag für diese Thematik enthalten sein könnte. Diese Strategie ist Teil eines Sonderprogramms zur Artenvielfalt, das das Land im Herbst 2017 nach dem Bekanntwerden von Studien zum Insektensterben ins Leben gerufen hatte.





Quellen & Hinweise:













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