Syrien vor dem Krieg - Land der Gegensätze

Das Kleinmuseum Hirschgass erinnert, informiert und unterhält seine Gäste. Gustl Wörner und sein Team laden zu Ausstellungen oder kurzweiligen Abendprogrammen in sein Museum "Hirschgass 5" in Fichtenberg.

Syrien vor dem Krieg - Land der Gegensätze

Beitragvon jan » Sa 13. Jun 2015, 23:03

Im Kleinmuseum Hirschgaß'5 in Fichtenberg berichtete Professor Dr. Theo Simon am Samstag, 13. Juni, in Wort und Bild über seine Reise 2010 durch Syrien. Die Reise hat er unternommen, ehe dort der Bürgerkrieg und die IS-Kämpfe ausbrachen. Theo Simons Lichtbildervortrag trug den Titel "Syrien vor dem Krieg - Land der Gegensätze" und gewährte Einblicke in eine "Kultur", die seit prähistorischen Zeiten, so ziemlich sämtliche Konflikte im Land hatte - die ein Land am Mittelmeerraum und Kleinasien haben konnte.

Syrien, ein relativ kleines Land, halb so groß wie die BRD, hat geschätzte 21Mio Einwohner - von denen heute mehr als 3 Mio als Flüchtlinge in den Nachbarstaaten und über ganz Europa verteilt leben. Seit der Frühgeschichte ist Syrien eine Drehscheibe der Religionen, der Machtinteressen, der Entwicklungen und der Veränderungen. Palmyra, heute im Zentrum von Syrien gelegen, war in Vorzeiten das westliche Ende der Seidenstraße. Die Seidenstraße verzweigte von Palmyra aus, nach Konstantinopel (Istanbul) und über Damaskus, Gaza nach Kairo. Syrien war also strategisch, wirtschaftlich und kulturell betrachtet, von der Frühgeschichte bis zu den Kreuzzügen im Mittelalter, der Drehpunkt und der Zankapfel vielfältiger Ereignisse und Interessen.

Das älteste Kulturland der Erde, Mesopotamien- im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris gelegen, strahlte seinen Einfluss ebenso nach Syrien aus, wie Mongolei, das Persische Reich, das Ägyptische Reich, das Griechische Reich, das Römische Reich oder die nach christlichen Kreuzzüge der mittelalterlichen Ritter - die Jerusalem für das Christentum sichern wollten. Allein die teilweise sehr gut erhaltenen Festungen der Kreuzritter in Syrien, sind in Vielfalt und Ausgestaltungen eine eigene Geschichte. Syrien ist sehr reich an ergiebigen historischen Ausgrabungsstellen, die vielfach bis heute nicht erschlossen sind. - Ausgrabungsstellen, die mit heute weltweit angebotene Fundstücken aus Raubgrabungen, nicht unwesentlich zur Finanzierung der s.g. IS und des Bürgerkrieges beitragen.

Die geografische Aufteilung der Religionen in Syrien, sofern überhaupt möglich, ergibt einen Flickenteppich, der für viele Konflikte die Grundlagen lieferte und heute noch liefert. Die diktatorische, zentralistische Staatsregierung ist einerseits der sehr notwendiger Machtfaktor, andererseits der Kondensationskern weltweiter Konflikt- und Machtinteressen. Theo Simon zeigte zwei Satellitenfotos, Syrien bei Nacht, vor- und während den aktuellen Konflikten. Die früheren Lichtachsen und Lichtzentren werden deutlich schwächer. Was als ein deutlicher Hinweis für den wirtschaftlichen Niedergang und großflächige Vertreibungen gedeutet wird.

Die Kunstgeschichte, die Ausgrabungen und Museumsbesuche in Syrien aufzeigen, ist erstaunlich und bis heute vielfach rätselhaft. Mächtige, mystische Tierstatuen, verlassene tote Städte des Altertums mitten in der Wüste, Hügel in der Landschaft - von denen man weiß, das unter diesen Hügeln mehrere Siedlungsschichten liegen, dynamische Bögen und fein gegliederte Säulen mit reich gezierten Kapitellen - vieles ohne die eigenen Quellen vollständig zu offenbaren. Der Besucher findet in Syrien Belege von asiatischen, mongolischen, persische, griechische, arabische und europäische Bauweisen, neben der eigenen Besiedlungs- und Kulturgeschichte Syriens. Syrien mit Küstenbreichen, Gebirgen, Wüstenbereichen und wenigen Fließgewässern hatte teils sesshafte, teilweise nomadisierende Bevölkerungsgruppen. Der Euphrat mit seinen unerschöflichen Wassermengen am östlichen Rand des Landes ist die Ausnahme, Wasser war und ist im Inland rar und selten. Mit Aquädukten, Staubereichen, Kanälen und Schöpfrädern wurden und werden die wenigen Gewässer in den fruchtbaren Bereichen reguliert. Neuerdings Millionenstädte und historische Stätten die von den Konfliktparteien zu Schutt gebombt werden. Schuttlandschaften die in den letzten vier Jahre entstanden sind, wie Düsseldorf, Dresden und Leipzig in Deutschland vor 70 Jahren.

Nach 10 Tagen und drei Flugstunden ab Damaskus, endete die Reise in Frankfurt. Theo Simon erläuterte natürlich viele weitere Details, die hier nicht angeführt sind. Das ist eben der Unterschied zwischen den Buchstaben hier, und ein Abend in der Hirschgass5 in Fichtenberg. Müssen Sie halt selber hingehen, wenn es wieder so weit ist: Fichtenberg, Hirschgass 5

Quellen & Hinweise:
Hirschgass 5 in Fichtenberg, am 13.06.2015 ab 19:30Uhr...






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