Historische Kinderzeche Dinkelsbühl

Historische Kinderzeche Dinkelsbühl

Beitragvon jan » Mi 14. Mär 2012, 19:24

Historischer Hintergrund der Kinderzeche Dinkelsbühl

Der Namen „Kinderzeche“ hat nichts mit "zechen" zu tun. Ursprünglich wurde das Heimatfest "Schulzeche" genannt und war ein von der Allgemeinheit bezahlter Ausflug der Lateinschüler am Ende eines jeden Schuljahres. Die erste urkundliche, historisch belegte Erwähnung stammt aus dem Jahre 1629.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam in der paritätischen Reichsstadt zur "Schulzeche" der katholischen Lateinschüler, die evangelische "Kinderzeche" hinzu. Aber erst mit der völligen Umgestaltung der "alten" Kinderzeche 1897 entstand ein gemeinsam von allen Bürgern getragenes Kinder- und Heimatfest.

Um 1826 schuf der hiesige Lehrer Elias Nottnagel das Lied "Schallet heute Jubellieder" zur Kinderzeche, das den Einheimischen geradezu zum Symbol ihres Heimatfestes geworden ist. Von schmetterndem Trompetenklang der Dinkelsbühler Knabenkapelle eingeleitet, wird es alljährlich nach dem Obristenspruch vor der Schranne von der gesamten Bevölkerung gesungen.

Im Jahre 1897 wurde zur bisherigen Kinderzeche ein Festspiel geschrieben, das das Interesse an der Dinkelsbühler Kinderzeche weit über die Grenzen der Region hinausträgt. In Dinkelsbühl konnte das Historische Festspiel an eine alte überlieferte Sage anknüpfen, die über viele Generationen hinweg lebendig geblieben war. In ihr sind dabei so viele Gemütswerte enthalten, dass sie über den engeren Kreis der Stadtgeschichte hinaus das allgemein Menschliche anzusprechen vermag.

Je mehr sich die Dinkelsbühler Bürger, in ihre Rollen einlebten, desto stärker verankerte sich das Festspiel selbst als ein Stück Heimatkultur in den Herzen der Menschen. Ein besonders schönes und buntes Bild bieten die herausgeputzten und mit Blumen geschmückten Häuser und Gassen. Bereits am frühen Morgen werden alle Gäste und Bürger der Stadt durch das Wecken der Knabenkapelle in eine besondere, festliche Stimmung versetzt.

Am Vormittag findet Lagerleben, Festspiel und Stadtübergabe statt. Später beim Festzug nehmen neben den historischen Gruppen, wie z. B. dem Zunftreigen, montags und dienstags auch noch die Schülerinnen und Schüler der Dinkelsbühler Schulen teil. Diese werden am Dienstag im Anschluss an den Festzug mit einer Dinkelsbühler Kinderzechgucke belohnt, was den Bogen zum historischen Ursprung des Festes spannen und den Dank der Bevölkerung an die Kinder ausdrücken soll.

Ein besondere Möglichkeit Kinderzeche auch außerhalb des Monates Juli zu erleben, ist das Zeughaus der Kinderzeche in der Bauhoffstraße, in dem man ganzjährig einen Blick auf die mehr als 1000 Kostüme, Schuhe, Uniformen und Waffen werfen kann.


So wurde und wird die Kinderzeche durch Initiativen ihr verbundener Bürgerinnen und Bürger weiter entwickelt und getragen.
Als großes, lebendiges Gemeinschaftswerk fast aller Bürgerinnen und Bürger beeindruckt sie nun schon seit vielen Generationen Einheimische und Gäste unserer Stadt, die spüren, wie tief das Heimatfest in den Herzen der Dinkelsbühler Bürger verwurzelt ist.

Quellen & Verweise:




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