Das Fliegenfischen

Meinungsbeiträge.

Das Fliegenfischen

Beitragvon jan » Di 18. Apr 2017, 01:38

Das Fliegenfischen ist eine Technik beim Angeln. Der Name stammt von der ursprünglichen Art der Köderimitationen des Flugangelns.

Imitiert werden die natürlichen Beutetiere wie Flug-, Land- und Wasserinsekten, Fische und kleine Nagetiere wie Mäuse oder Ratten. Auch frei erfundene, bunte Reizfliegen werden häufig eingesetzt. Diese so genannten Fliegen werden mit Hilfe von Materialien wie Fell und Federn, Kunststoff und Kleber und Haken verschiedener Größe gefertigt. Das Binden dieser Fliegen stellt oft in Fliegenfischerkreisen ein eigenständiges und weiteres zeitintensives Hobby dar. Manchmal machen sie das Fliegenbinden auch zum Beruf.

Das Fliegenfischen basiert nicht auf dem Wurfprinzip anderer Angeltechniken. Statt ein Blei mit Vorfach, wie zum Beispiel beim Grundangeln, zu beschleunigen oder beim Spinnfischen das Eigengewicht eines Blinkers zu nutzen, wird hier das Gewicht der Schnur genutzt. Der Rutenarm ist angewinkelt. Er bewegt sich vorwärts und rückwärts etwa zur Blickrichtung. Mit Hilfe der parallel zur Oberfläche beschleunigten Masse der Schnur wird immer mehr dieser vor und zurück geschwungen und von der Rolle oder aus der Hand gegeben, bis etwa 5 m bis 30 m in der Luft sind, um diese dann zielgerecht zu platzieren. Natürlich gibt es noch weitere erlernbare Techniken, um bestimmten örtlichen Wurfbehinderungen entgegnen zu können oder einfach um die Ästethik eines kunstvollen Wurfes genießen zu können.

Fliegenschnüre sind in verschiedenen Querschnittsverläufen erhältlich, die durch spezielle Kürzel gekennzeichnet werden. Die üblichen Formen sind

* L (level, der Schnurquerschnitt bleibt über die gesamte Länge gleich)
* DT (double taper, beidseitig verjüngt)
* ST (single taper, einseitig verjüngt)
* WF (weight forward, auch Keulenschnur genannt, die Schnur wird nach vorne keulenförmig dicker)

Die größte Verbreitung haben WF- und DT-Schnüre gefunden. WF-Schnüre lassen sich leichter und weiter werfen, während DT-Schnüre ein sanfteres Ablegen der Schnur auf dem Wasser ermöglichen, was bei kleinen Gewässern und scheuen Fischen vorteilhaft sein kann. Zudem läßt sich eine DT-Schnur noch einmal gleich lange in umgekehrter Richtung verwenden, wenn ein Ende stark abgenutzt ist. Außerdem erfolgt eine Einteilung nach dem Auftriebsverhalten in schwimmende (F, floating) und sinkende (S, sinking) Schnüre. Bei sinkenden Schnüren werden verschiedene Sinkgeschwindigkeiten angeboten, zudem gibt es auch noch sogenannte Sinktip- (die ersten Meter sinken ein) und Intermediate (in definierter Wassertiefe schwebende)-Schnüre. Schwimmschnüre sind am weitesten verbreitet, da ihre Handhabung leichter ist als die von Sinkschnüren und die meisten Gegebenheiten am Wasser sich mit einer Schwimmschnur meistern lassen. Die Schnüre werden nach ihrem Gewicht in so genannte AFTMA-Klassen unterteilt, die von der AFTMA ("American Fishing Tackle Manufactures Association") als Standards definiert wurden. Fliegenruten werden entsprechend der mit ihnen werfbaren Schnüre ebenfalls in AFTMA-Klassen eingeteilt. Für das Angeln auf Bachforellen in mittleren Gewässern ist Gerät der AFTMA-Klasse 6 richtig dimensioniert, für Meerforelle oder Hecht Klasse 8-9, für das Fischen auf kapitale Lachse in großen Flüssen hingegen wird Gerät der AFTMA-Klassen 11 und 12 verwendet.

Zum Erreichen der Fische, die meist im Fließgewässer beangelt werden, ist eine Wathose als äußerst nützlich anzusehen. Dabei handelt es sich um eine wasserdichte Hose aus Latex, Neopren oder atmungsaktiven Materialien, die ein Betreten des Gewässers erleichtert. Eine weitere Variante ist das sogenannte "belly-boat", ein einem Rettungsring ähnliches Schlauchboot in das man sich mit seiner Wathose setzen kann und so auch entlegenere Stellen eines Sees erreichen kann.

Fliegenfischen ist an jedem Gewässer möglich, bekannt ist es jedoch in erster Linie durch die Lachsfischerei an den skandinavischen, britischen und nordamerikanischen Geburtsflüssen dieser Fische. Beliebt ist auch das Fliegenfischen an der Küste, besonders Norddeutschland und Dänemark stellen beliebte Ziele dar. Fliegenfischen ist mit wenigen Ausnahmen auf fast alle Fische möglich. Grenzen finden sich dort, wo die Gewässerbedingungen einen Einsatz von Fliegengerät nicht mehr zulassen oder in der Art der Nahrungssuche bestimmter Fische, wie beispielsweise des Aals, die hauptsächlich ihren Geruchssinn einsetzen.

Als Fliegenrute oder Flugangel wird eine Angelrute bezeichnet, die zum Angeln mit der künstlichen Fliege verwendet wird. Fliegenruten weisen unter anderem eine im Vergleich zu Spinnruten eher parabolische Aktion auf, da mit ihrer Hilfe die schwere Fliegenschnur durch das "Werfen" die erwünschte Distanz zwischen Fischer und meist federleichten Fliege erreicht wird.

Klassifizierung von Fliegenruten

Fliegenruten werden in AFTMA-Klassen (American Fishing Tackle Manufacturers' Association) entsprechend der mit der jeweiligen Rute werfbaren Schnurklassen, eingeteilt. Weiter gibt es eine Einteilung in Einhand- und Zweihandruten. Letztere werden vorzugsweise zum Angeln auf große und kampfstarke Fische, wie etwa den atlantischen Lachs verwendet.

Materialien

Heutige Fliegenruten werden meist aus Kohlefaser gefertigt, gelegentlich wird auch noch Hohlglas verwendet, das allerdings schwerer und in der Aktion langsamer ist. Einige Fliegenfischer/Innen fischen mit Ruten aus gespleißtem (gespliesstem) Bambus(Bambusart Arundinaria Amabilis mit besonders vielen Fasern), diese verfügen aber über eine andere Aktion (Biegungskurve) und verlangen eine angepasste Wurftechnik. Noch heute werden gespliesste Ruten aus Bambus gebaut, die Aktionen entsprechen meist aber den heutigen Anforderungen der Fliegenfischer/Innen und sind insgesamt steifer und schneller.


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