Hammerschmiede Gröningen

Jagsttal in Baden-Württemberg.

Hammerschmiede Gröningen

Beitragvon jan » Fr 2. Nov 2012, 21:31

Die Gronach ist ein kleiner Bach in der Gemeinde Satteldorf, die Gronach fließt zur Jagst, die sie nahe der Gronachtalbrücke erreicht.

Mit dem Bau des Hammerwerks wurde 1804 begonnen. Bis 1948 war die Hammerschmiede in Betrieb. Nach der Restaurierung durch den Schwäbischen Heimatbund wurde die Schmiede 1988 zu einer Außenstelle des Hohenloher Freilandmuseums. Die authentische Einrichtung einer Hammerschmiede mit Werkstatt-Wohngebäude blieb über die Jahre erhalten. Zu der Ausstellung gehören

  • Geräte und Maschinen handwerklicher und frühindustrieller Fertigungsgänge,
  • ein wasserbetriebenes Schwanzhammerwerk mit drei Hämmern,
  • Originalprodukte der Werkstatt (Handwerkzeuge für Handwerk und Landwirtschaft),
  • transmissionsbetriebene Drehbänke,
  • Gewindeschneidemaschinen und Bohrgeräte im Einrichtungszustand von 1900.
  • Bäuerliche Hofeinrichtung
  • Elevator zum Korntransport
  • Nachstau mit Turbine und Turbinenhaus

In einem Nebengebäude befindet sich eine voll funktionsfähige Ölmühleneinrichtung aus dem benachbarten Rot am See mit Dampfmaschine und Dieselmotor.

Die Schmiede wurde nach ihrem Niedergang nicht umgebaut oder umgenutzt, sondern blieb baulich und gerätetechnisch im Zustand der ehemaligen Nutzung erhalten. Das kleine Gronachtal, die Gronach hatte nur ein begrenztes Wasserangebot, dass gestaut und genutzt werden konnte. Der Springbrunnen im Garten verriet dem Schmied mit einem Blick auf die Fontäne den Wasserstand.

Solange der Mühlenbaum in Bewegung war konnte jeder der drei Schwanzhämmer eingekuppelt werden. Mit einem einfachen Deckenhaken konnte jeder Hammer in der Hochstellung vom Mühlenbaum abgekoppelt werden. Essen mit Schmiedefeuer und Fallhämmer ergänzten den Schmiedebetrieb. Geschmiedet wurden alle landwirtschaftlichen Geräte, die mit Händen genutzt wurden
  • Schaufeln, Spaten
  • Hacken, Beile, Äxte
  • Meißel, Hiepen, Gertel

Die Hammerschmiede Gröningen war wesentlich kleiner als z.B. die BEW in Westheim, das Produktprogramm beschränkte sich auf einfache, bäuerliche Handwerksgeräte. Die Vertriebsstrukturen ergaben sich durch den ländlichen Bedarf und Handlungsreisende, die 150 Jahre die Verbindung zwischen dem ländlichen Bedarf und der Schmiede darstellten. Durch das mit Wasserkraft angetriebene Hammerwerk konnten Schaufeln und Spaten natürlich zügiger und günstiger produziert werden als vom ländlichen Dorfschmied. Vor 1940 war der Krafthammer in kleinen Dorfschmieden selten zu finden, so bezog der Dorfschmied diese "Serienteile" und machte so einen "besseren Schnitt" als wenn er dass selber machte. Der Dorfschmied fertigte und richtete das individuellere Gerät, den Wagen, den Pflug, das Mähwerk...

Der Niedergang der Gröniger Hammerschmiede war besiegelt, als Kataloge mit solchen Werkzeugen üblich wurden, und der Dorfschmied nicht mehr von den Handlungsreisenden abhängig war, der 1- oder 2mal im Jahr mit einer Bestellliste vorbei kam. Der freie Warenverkehr und der von Fuhrwerken unabhängige Warenversand brachte den Absatz der Hammerschmiede in Gröningen zum Erliegen... der Schmiede ging schlicht das Geschäft aus. Eine andere Nutzungsmöglichkeit ergab sich für das Hammerwerk im engen Gronachtal nicht.

Heute ist die Hammerschmiede Gröningen anschauliches Kulturdenkmal und ein beliebtes Ausflugsziel, eine kleine Wanderung zur naheliegenden Jagst bietet sich an.



Quellen & Verweise:




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