Lobenhausen, Johanneskirche

Jagsttal in Baden-Württemberg.

Lobenhausen, Johanneskirche

Beitragvon jan » So 22. Jan 2012, 09:42

Die Johanneskirche in Lobenhausen

Hoch oben auf dem Berg liegt das kleine Kirchlein von Lobenhausen. Es ist als einziges von der damaligen Burg übrig geblieben. Entstanden ist es im romanischen Baustil um 1050/1200 und Johannes dem Täufer geweiht.

Die Johanneskirche wurde 1833 gründlich renoviert. 1967 fand nochmals eine Renovierung mit großen Veränderungen statt (Gestühl, Kanzel, Orgel). Zu dieser Zeit wurde auch in der Apsis im Chorraum eine Statue von Johannes dem Täufer, dem Namensgeber der Kirche, aufgestellt.

Geschichte der Johanneskirche

Die Kirche wurde von den Edelherren von Lobenhausen (ca. 1085-1250) als Burgkapelle im romanischen Stil erbaut. Das Adelsgeschlecht hatte die Nachfolge der fränkischen Maulachgrafen von der Flügelau bei Crailsheim-Roßfeld angetreten. Mitglieder des Hauses Lobenhausen waren offensichtlich enge Gefolgsleute des Stauferkönigs Konrad III; auch als Zeugen von Verträgen werden sie von verschiedenen Städten des Reiches aufgeführt. Vom Lobenhausener Burgberg aus verwalteten die Herren von Lobenhausen Bauern in einem Gebiet von Honhardt bis Rot am See.

Die Christianierung unserer Region war entsprechend der fränkischen Besiedlung vom Bistum Worms, später vom Bistum Würzburg ausgegangen. In Rossfeld war bereits eine „Martins“kirche errichtet worden, benannt nach Sankt Martin, der in der frühen Missionierungszeit häufig als Schutzpatron für Kirchen genommen wurde. Die Lobenhausener Kapelle wurde wie etliche Kirchen in der zweiten Missionierungsphase Johannes dem Täufer geweiht.

Die Lobenhausener Kirche gehörte damals zur Mutterkirche Sankt Stephanus in Lendsiedel.

In der Chronik wird berichtet, 1282 sei auf der Burg von Agnes von Württemberg, der Frau Konrads von Öttingen, ein Nonnenkloster gegründet worden. Diese Frauenklause sei aber dann nach Mistlau verlegt worden, wo sie als Benediktinnerkloster bis 1479 bestand.

1528 trat Philipp Bühel, der dem erblindeten Lobenhausener Pfarrer Michael Mürb zur Seite gestellt worden war, der Reformation bei. Lobenhausen war seit 1399 das westlichste Amt der Herrschaft Brandenburg-Ansbach und wurde von Amtmännern verwaltet. Markgraf Georg von Ansbach, der ab 1527 die Herrschaft übernahm, unterstützte die Reformation und stellte 1533 eine ansbachisch-nürnbergische Kirchenordnung auf. In diesem Jahr wurde das benachbarte Triensbach eine eigene Pfarrei, Lobenhausen wurde Filiale. Die damals getroffenen Regelungen, z.B. 14-täglicher Gottesdienst in Lobenhausen, werden seither eingehalten.

Nach der Schlacht bei Nördlingen im 30-jährigen Krieg kam 1634 mit dem Kriegsvolk die Pest nach Lobenhausen. 1645 wurde Dorf, Schloss und Kirche von schwedischen und französischen Soldaten ausgeplündert, unter anderem wurde aus der Kirche ein silberner Kelch gestohlen, und zum Teil zerstört.

1755 wurden die zum Teil schon zerfallenen Gebäude des Schlosses und der Schlosshof an Privat verkauft. 1774 fiel der Schlossturm zusammen.

1833 wurde die Kirche gründlich renoviert, Salpeterschäden hatten die Nordwand stark angegriffen.

1964-67 fand unter der Regie des Crailsheimer Architekten Mönch eine weitere Renovierung mit größeren Veränderungen statt (Decke, Orgel, Seitenempore, Kanzel, Gestühl …).

Beschreibung der Kirche
Die Burgkapelle ist ein romanischer Rechteckbau mit ca. 14 x 8 Meter Seitenlänge mit einer runden Apsis. Sie ist an der Südseite der ursprünglichen Burg angebaut. Die Nordwand wurde von der Burg her als Wand für das Wirtschaftsgebäude benutzt. Durch den Höhenversatz im Gelände konnten die Burgbewohner vom Schlosshof aus die Empore an der Nordwand ebenerdig begehen.

Nordseite, Gleich am Eingang sind zwei Epitaphien ehemaliger Amtmänner in die Wand eingelassen. Die Empore an der Nordseite, von der aus ursprünglich ein Portal zum Schlosshof bestand, wurde 1967 entfernt.

Die hölzerne Kanzel an der Südostecke wurde durch eine schlichte Steinkanzel auf der nördlichen Seite des Chorbogens ersetzt. Oberhalb der Kanzel wurde ein modernes Kruzifix angebracht.

Chor, Hinter einem Rundbogen, der auf schlichten Steinpfeilern mit Kapitell ruht, befindet sich die runde Apsis. In einer Nische ist ein Kruzifix mit Johannes dem Täufer zu sehen. Restaurator Eckert hatte 1967 diese schöne Skulptur für die Lobenhausener Kirche besorgen können.

Südseite, Am Chorende befindet sich ein Taufstein von 1617. Zwei Weihekreuze und das Fragment eines dritten wurden 1967 an der Südwand freigelegt. Die Kreuze, die von gebogenen Linien gebildet und von einem Kreis umschlossen werden, wurden in vorreformatorischer Zeit zwölffach als Apostelkreuze angebracht. Auf ihrem Fundament sollte die Kirche ruhen.

Ein Bildepitaph, das an der Südwand der Kirche hängt, zeigt die Familie des Amtschreibers Michael Mair, der zur Zeit des 30-jährigen Kriegs lebte. Die gestorbenen Kinder sind, mit einem Kreuz gekennzeichnet, am unteren Bildrand zu erkennen. Rechts ist das Ringen Jakobs mit einem Engel dargestellt, durch das Jakob den Namen Israel, d.h. Gotteskämpfer, erhielt. Leider ist im Hintergrund keine Darstellung der Burg oder der Kirche zu erkennen. Das Bild ist vom Maler mit 1656 ISP unterschrieben.

Westseite, Hier ist eine kleine Sakristei angebaut. An der Wand befinden sich weitere steinerne Epitaphien.


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