Retentionsräume im Zuge des Neubaus der Landesstraße 1066

Rottal in Baden-Württemberg.

Retentionsräume im Zuge des Neubaus der Landesstraße 1066

Beitragvon jan » Mi 19. Jun 2013, 22:04

Im Zuge des Neubaus der Landesstraße 1066 wurde ein wasserrechtliches Planfeststellungsverfahren nach dem gültigen Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) durchgeführt. Dazu wurde zuerst der Bestand der vorhandenen Überflutungsflächen (alle Flächen, die bei Hochwasser überflutet werden) ermittelt. Anschließend wurden die nachteiligen Veränderungen ( wie z. B. der Bau von Straßendämmen im Hochwassergebiet etc.), die der Bau der L 1066 mit sich bringt, erhoben. Da die Hochwassersituation nach dem Neubau der L 1066 nicht schlechter sein darf wie zuvor, wurden abschließend die erforderlichen Maßnahmen zum Hochwasserschutz festgelegt. Es wurden zwei neue große Retentionsräume angelegt. Einer auf Höhe des Baugebiets Mühläcker zwischen der L 1066 und der Rot, ein weiterer am Knotenpunkt L 1066/Tälestraße (bei der Ampel).

Hierzu muss man anmerken, dass der Großteil der Flächen zwischen neuer L 1066 und Rot nicht dem Hochwasserschutz dient. Diese Flächen liegen zu hoch, als dass diese bei Hochwasser überflutet würden. Lediglich der Retentionsraum auf Höhe des Baugebiets Mühläcker, wie auch der zweite im Knotenpunktbereich Tälestraße, wurde bewusst so umgestaltet, dass dieser im Hochwasserfall als temporärer "Wasserspeicher" [Flutmulde] dienen kann.

Diese beiden Maßnahmen zum Hochwasserschutz haben eine deutliche Verbesserung der Hochwassersituation (im Vergleich zur früheren) erreicht. Dies wurde beim ersten großen Hochwasser am 13.01.2011, welches einem 50-70-jährigem Hochwasser entsprach, auch von der zuständigen Unteren Wasserbehörde bestätigt. Am 13.01.11 wurde in Mittelrot ein Wasserpegel von 3,22 m (!) gemessen und der Hochwasserschutz hat funktioniert. Eine Überschreitung der 2-m-Marke, wie beim Sommerhochwasser Juni 2013, stellt also kein gravierendes Problem dar.

Es lässt sich nicht vermeiden, dass Wiesen und Felder unmittelbar neben der Rot, wie bislang bereits bei Hochwasser überflutet werden, denn diese sind zugehöriger Teil der vorhandenen Überflutungsflächen. Diese Flurstücke liegen einfach zu tief, als dass diese sinnvoll vor Hochwasser geschützt werden können. Auch gehört es zu den natürlichen Vorgängen und Abläufen an einem Fließgewässer, dass neben liegende Äcker und Wiesen zeitweise und teilweise überflutet werden.

Quellen, Hinweise & Verweise:
Regierungspräsidium Stuttgart,
Referat 47.2 - Baureferat Ost, Bauleitung Schwäbisch Hall


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