St. Georgskirche in Mittelrot

Rottal in Baden-Württemberg.

St. Georgskirche in Mittelrot

Beitragvon jan » Mo 24. Sep 2012, 22:56

Die evangelische St. Georgskirche liegt auf einem Hügel oberhalb der Ortsdurchfahrt von Mittelrot, praktischer weise gleich neben dem alten Schulhaus. In mehreren Kunstführern wird die kleine Kirche erwähnt. Ein Besuch lohnt sich ...

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Eine Urkunde über die Entstehung, oder das Baujahr der Georgskirche, existiert nicht. Man vermutet, um das Jahr 1200 in einem Zusammenhang mit der Burg Rötenberg als Ritterschaftskirche als Enststehungszeitraum. Die Mutterkirche war stets Fichtenberg, einen eigenen Pfarrer oder Kaplan gab es in Mittelrot nie.

Ursprünglich war die Mittelroter Kirche etwas kleiner. Sie wurde von Westen her - also von der Giebelseite - betreten und reichte nur bis zur heutigen, südlichen Eingangstür. Ihre jetzige Form erhielt die Kirche bei einem Umbau im Jahr 1480.

Besonders erwähnt wird von Kunsthistorikern immer wieder der im Jahr 1499 entstandene Altar aus der Schule des Ulmer Malers Bartholomäus Zeitblom. Der geöffnete Altar stellt den Kindermord von Bethlehem dar. Der linke Flügel zeigt Herodes mit Soldaten und einer Mutter. Auf dem anderen Flügel wird ein Kind getötet. Bei geschlossenem Altar ist die Verkündigung Marias zu sehen. Die Predella zeigt Christus mit den vier Evangelisten.

Von besonderer Schönheit sind die Figuren im Altarschrein. Rechts der Märtyrer Stephanus, links der heilige Georg und in der Mitte die Mutter Maria mit dem Christuskind. Als Altaraufsatz sieht man nochmals den heiligen Georg als Drachentöter. Im Jahr 1935 wurde die Figur gestohlen. Seit 1964 besitzt die Kirche eine Kopie davon.

Sehr alt und recht wertvoll sind die beiden Kirchenglocken der Georgskirche. Sie stammen aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Aus der Zeit des Umbaus im Jahr 1480 stammen die ältesten Kirchenbänke rechts vom Eingang. Deutlich sind an den Einstiegen die großen Spuren der Beile und Äxte zu sehen. Vermutlich sind es alte Kniebänke, gesessen hat man in Kirchen früher nie. In der Neuzeit wurden diese alten Bänke in umgekehrter Richtung, und mit unterlegten Steinen erhöht, wieder eingebaut. Die heutigen Sitzflächen sind die alten Kniebänke. So richtig gemütlich sind die Bänke zum sitzen wirklich nicht.

Der Tag des offenen Denkmals, jährlich im September, ist die gute Gelegenheit für einen kleinen Besuch.

Quellen & Verweise:




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